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Bayern-Boss steckt Ziele ab: «Natürlich» bleibt Olise

Der Bayern-Boss erklärt die Flügelstars Michael Olise und Luis Díaz für unverkäuflich. Jan-Christian Dreesen sagt, was er sich auf dem Transfermarkt noch wünscht - und gibt ein Update zu Kane.

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Jan-Christian Dreesen, Vorstandschef des FC Bayern München Christian Kunz/dpa

München (dpa) - Erst erklärte Bayerns Vorstandschef Jan-Christian Dreesen seine Stars Michael Olise und Luis Díaz für unverkäuflich. Dann blickte der Vereinsboss auf den blumengeschmückten Münchner Rathaus-Balkon und verkündete die großen Saisonziele. Es sei ganz klar der «Anspruch, immer gewinnen zu wollen und jeden Titel zu gewinnen», sagte Dreesen. Genau das mache den FC Bayern aus. «Wir können ja nicht wirklich glauben, dass wir jedes Jahr die Champions League gewinnen, aber es muss unser Anspruch sein.»

«Substanzlosigkeit» im «Fortsetzungsroman»

Im PresseClub München direkt am Marienplatz nahm sich Dreesen ein ganzes Fußballspiel - also 90 Minuten - Zeit, um über die grundsätzlichen und aktuellen Themen rund um den deutschen Rekordmeister zu sprechen. «Natürlich» bleibe der immer wieder mit Real Madrid in Verbindung gebrachte französische WM-Star Olise beim FC Bayern, stellte Dreesen klar. Die «Substanzlosigkeit» einiger Gerüchte in dem «Fortsetzungsroman» habe ihn zunächst verwundert.

Das Saudi-Arabien-Gerücht um ein Angebot für den Kolumbianer Díaz nahm er gelassen zur Kenntnis - an einen Transfer denkt der Doublesieger nicht. «Wir haben so eine wunderbare Mannschaft. Also lasst uns mal jetzt in die Saison starten, Tore schießen und schauen, was hinten rauskommt», sagte Dreesen nur einen Steinwurf von dem berühmten Rathaus-Balkon entfernt, wo auch im Frühjahr 2027 wieder vor Tausenden Fans Titel gefeiert werden sollen.

Kein 200-Millionen-Euro-Ratschlag

Die Flügelstars haben bei den Münchnern einen Vertrag bis Sommer 2029. «Da fühlt man sich erstmal relativ komfortabel. Selbst, wenn es etwas gäbe, was es nicht gibt, dann müssten wir ja wollen», sagte Dreesen über die aufsehenerregende Olise-Spekulation. Auch in seinem Freundeskreis sei das oftmals Thema gewesen. «Ich habe keinen einzigen gehabt, der gesagt hätte, na, bei 200 Millionen müsst ihr ihn aber verkaufen», berichtete Dreesen. Der Marktwert von Olise stieg nach der WM auf rund 170 Millionen Euro. 

Während eine Vertragsverlängerung bei Olise kein drängendes Thema ist, soll die Erfolgsgeschichte mit Harry Kane über dessen am Saisonende auslaufenden Vertrag fortgesetzt werden. «Ich glaube, es gibt von beiden Seiten ein großes Wollen. Und jetzt müssen wir schauen, dass dieses große Wollen in der Schnittmenge dann zusammenpasst», sagte Dreesen. Erst einmal wollte er dem noch im Urlaub weilenden englischen Nationalmannschaftskapitän am Dienstag zum 33. Geburtstag gratulieren.

DFB-Stars nehmen Fahrt auf

Olise, Díaz und Kane sind einige der Stars, die im rund eine Stunde Autofahrt entfernten Trainingslager am Tegernsee noch fehlen. In der Alpen-Idylle wird Trainer Vincent Kompany dagegen dieser Tage andere WM-Teilnehmer um die deutschen Nationalspieler Joshua Kimmich und Manuel Neuer in den Kader integrieren. «Erstmal bin ich froh, dass eigentlich die meisten - bis auf Lennart Karl - ohne größere Blessuren nach Hause gekommen sind», sagte Dreesen. Der Youngster hatte sich im WM-Countdown verletzt. 

Die wichtigsten Einkäufe haben die Bayern nach Ansicht ihres Vorstandsvorsitzenden erledigt. «Wir haben, glaube ich, die wesentlichsten Transfers auf der Kaufseite getätigt, nämlich mit (Ismael) Saibari und (Nathaniel) Brown zwei hervorragende Spieler zu uns holen können», sagte Dreesen. Während der Marokkaner Saibari nach seiner Verletzung noch in der Reha ist, wird Brown am Mittwoch im Trainingslager offiziell präsentiert.

«Nicht wie bei Olise»

Auf der Verkaufsseite soll dagegen vorrangig noch etwas passieren. Bei den schweißtreibenden Einheiten im südlichen Oberbayern sind João Palhinha und Sacha Boey (noch) dabei. «Sie sehen ja, dass die Schlagzeilen bei einem dieser Spieler nicht so sind wie bei Olise», scherzte Dreesen bester Laune. 

Die konnte der Vorstandschef auch beim Blick auf das Mega-Interesse am Verein haben. Für das Dortmund-Heimspiel habe es 300.000 Bestellungen gegeben, für das am schlechtesten nachgefragte Auswärtsspiel 60.000. «Wir können jedes Stadion in dieser Republik selber füllen», sagte Dreesen. «Wenn einer mal nicht weiß, wohin mit seinen Karten - wir nehmen sie.»

© dpa-infocom, dpa:260728-930-448896/2