Undav bestraft Torwartpatzer: Stuttgart schlägt Leipzig
Torjäger Undav nutzt einen Vandevoordt-Patzer und sichert Stuttgart drei wichtige Punkte im Rennen um die Champions-League-Plätze. Der VfB-Stürmer setzt damit eine starke Serie fort.
Stuttgart (dpa) - Im engen Rennen um einen Champions-League-Platz hat der VfB Stuttgart drei ganz wichtige Punkte in der Fußball-Bundesliga geholt. Gegen den direkten Konkurrent RB Leipzig siegten die Schwaben am Sonntag dank Torjäger Deniz Undav 1:0 (0:0). Der Nationalstürmer traf in der 56. Minute nach einem bösen Patzer von RB-Torwart Maarten Vandevoordt. In der Tabelle liegt das Team von Trainer Sebastian Hoeneß als Vierter nun drei Punkte vor den Sachsen.
«Leipzig ist vielleicht frischer, aber wir sind definitiv im Rhythmus», hatte Undav vor der Partie bei DAZN gesagt. Hoeneß war offenbar gleicher Meinung, seine Elf veränderte der Stuttgarter Coach im Vergleich zum 1:2 in der Europa League am Donnerstag gegen Porto nur auf zwei Positionen: Chris Führich und Luca Jaquez begannen statt Nikolas Nartey und Jeff Chabot.
Bei Leipzig rotierte nach dem 2:1 gegen Augsburg lediglich Ezechiel Banzuzi für Brajan Gruda ins Team, das in den ersten rund 20 Minuten etwas aktiver wirkte als die Gastgeber. Für die Schwaben war es bereits das 42. Pflichtspiel der Saison, RB musste zwölfmal weniger ran.
Baumgartner vergibt RB-Führung kläglich
Wie wichtig beide Clubs die Partie vor 57.500 Zuschauern nahmen, zeigte sich über weite Strecken der ersten Halbzeit. Viele Mittelfeld-Duelle gab es, wenig Risiko und kaum Torchancen. Trotzdem hätten die Leipziger in Führung gehen müssen, als Christoph Baumgartner in der 33. Minute völlig frei vor VfB-Torwart Alexander Nübel auftauchte, den Ball aber klar übers Tor schoss.
Die Stuttgarter Spitzen blieben zunächst weitgehend stumpf. Ein Kopfball von Ermedin Demirovic und ein indirekter Freistoß-Versuch von Jamie Leweling sorgten zumindest für etwas Gefahr für RB-Schlussmann Vandevoordt.
Vandevoordt patzt folgenschwer
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie Fahrt auf. Einen Kopfball von Nicolas Seiwald nach einer RB-Ecke lenkte Nübel reaktionsschnell an den Pfosten, auf der anderen Seite probierte es Undav mit einem wuchtigen Schuss. Vandevoordt parierte in dieser Situation stark, patzte kurz darauf aber folgenschwer. Ein schlimmer Fehlpass des Torwarts landete bei Führich, der Undav bediente - der Rest war Formsache für den Nationalstürmer, der den Ball locker in die rechte Ecke schob.
Undav, für den es das 16. Saisontor war, traf damit im fünften Bundesliga-Spiel in Serie und baute nebenbei seinen persönlichen Serienrekord weiter aus. Die Leipziger liegen Undav ohnehin, vor etwas über zwei Jahren hatte er gegen RB seinen ersten Bundesliga-Dreierpack erzielt.
Auch Wechsel helfen RB nicht
Auf den Rückstand reagierte Leipzigs Trainer Ole Werner mit der Hereinnahme von Gruda, der für Banzuzi kam. Später durften noch Xaver Schlager, Johan Bakayoko und Conrad Harder ran. Auch Hoeneß setzte nach knapp 70 Minuten auf gleich drei frische Kräfte: Maximilian Mittelstädt, Nartey und Tiago Tomàs sollten mithelfen, die Führung ins Ziel zu bringen.
Von den im zweiten Durchgang insgesamt blassen Leipzigern kam kaum noch etwas, die Schwaben verteidigten die wenigen RB-Angriffe konsequent und verdienten sich mit viel Einsatz die drei Heim-Punkte. Die einzige gute Chance der Leipziger vergab Verteidiger Willi Orban in der Nachspielzeit, als sein Kopfball am Pfosten des VfB-Tores landete.