Ex-Weitspringerin Tiedtke spricht über Tod ihres Sohnes
Susen Tiedtke zählte einst zu den populärsten deutschen Leichtathletinnen. Nun erzählt sie vom Tod ihres 17-jährigen Sohnes und davon, wie sehr sie dieser schwere Schicksalsschlag mitgenommen hat.
Berlin (dpa) - Die frühere Weitspringerin Susen Tiedtke hat mit emotionalen Worten vom Verlust ihres Sohnes berichtet. Die Olympia-Fünfte von 2000 hatte den 17-Jährigen, der unter einer damals noch unentdeckten Entzündung am Herzen litt, vor gut einem Jahr tot aufgefunden.
Als er damals nicht ans Telefon ging und sie nach ihm schaute, habe er ganz ruhig und friedlich im Bett gelegen, schilderte die 57-Jährige in einem RTL-Interview. «Und dann bin ich zu ihm ran, und da war er schon steif und blau.» Tiedtke sagte: «Das reißt plötzlich das gesamte Leben aus einem heraus. Das ist ja das eigene Fleisch und Blut und dann ist er da tot. Das war so heftig.»
Tiedtke über Leidenszeit: «Wusste nicht, wo vorne und hinten ist»
Am schwierigsten sei für sie gewesen, wieder eine neue Lebensmotivation zu finden. «Ich lag praktisch über einen Monat nur irgendwie so halb im Koma auf dem Sofa und wusste nicht, wo vorne und hinten ist.»
Die Heilpraktikerin erzählte, sie habe danach ein Jahr nicht gearbeitet und von ihrem Ersparten gelebt. «Ich habe ganz viel geschlafen, weil ich immer versucht habe, mich mit ihm im Schlaf zu verbinden», sagte Tiedtke. «Ich habe jetzt meinen neuen Weg gefunden und hoffe vielleicht, wenn jemand anders das hört, der Ähnliches durchgeht, dass er vielleicht sich so ein bisschen unterstützt fühlt oder sagt, da geht es mir auch so, und sich nicht so allein fühlt.»
Die Weitspringerin Tiedtke gewann in der Halle WM-Silber und -Bronze und wurde bei den Olympischen Spielen 2000 in Sydney Fünfte.