Hubig kündigt Gesetz gegen «Abzocke» beim Ticketverkauf an
Auf dem Zweitmarkt würden 14-Euro-Konzerttickets für 250 Euro weiterverkauft, kritisiert Justizministerin Hubig. Sie will der «Geschäftemacherei auf dem Rücken der Fans» jetzt ein Ende bereiten.
Berlin (dpa) - Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) will strengere Regeln für den Weiterverkauf von Tickets für Konzerte und Sportveranstaltungen, um «Abzocke» auf dem Ticketzweitmarkt einzudämmen. «Wir arbeiten gerade an einem Gesetzentwurf», sagte Hubig dem Nachrichtenportal «web.de». Geplant seien zwei zentrale Maßnahmen: «Zum einen brauchen wir eine Preis-Obergrenze. Das heißt, wir begrenzen den Aufschlag auf weiterverkaufte Tickets. Zweitens möchte ich Veranstaltern die Möglichkeit geben, den Zweitmarkt besser zu regeln. Dafür wollen wir ein neues "geschütztes" Ticket einführen.»
Die Regulierung des Ticketzweitmarkts ist nach Angaben Hubigs im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbart. Die Ministerin kritisierte die derzeitigen Praktiken scharf und sprach von «Geschäftemacherei auf dem Rücken der Fans». Teilweise würden 14-Euro-Tickets für 250 Euro weiterverkauft.
Weiterverkauf zu fairem Preis soll möglich bleiben
Zugleich betonte Hubig, ein Weiterverkauf zu fairen Preisen solle weiterhin möglich bleiben, etwa wenn Fans ein Ticket nicht nutzen könnten. Es gehe ihr um die «Verhinderung von Abzocke - und nicht um die Fans, die ihr Ticket zu einem fairen Preis weiterverkaufen wollen, weil sie nicht selber hingehen können».
Auch international agierende Plattformen will Hubig stärker in die Pflicht nehmen. Die Rechtsdurchsetzung gegen Anbieter mit Sitz außerhalb der EU sei zwar anspruchsvoll, «aber sie ist nicht unmöglich», sagte sie.
Im Mai hatte bereits ein breites Bündnis von Verbänden, Veranstaltern sowie prominenter Musikerinnen und Musiker in einem offenen Brief ein Ende des «Ticketwuchers» gefordert. Darunter etwa Künstler wie die Toten Hosen, Die Ärzte, Deichkind, KIZ, Nina Chuba, Ikkimel, Kraftklub oder AnnenMayKantereit.