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König macht Steuer öffentlich - dennoch Kritik von Experten

Erstmals veröffentlichen die britischen Royals, wie viel Steuer sie bezahlt haben. Ohne weitere Informationen darüber, wie viel sie eingenommen haben, hilft das aber wenig.

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König Charles III. Mike Egerton/PA Wire/dpa

London (dpa) - Der britische König Charles III. und sein Sohn William haben im jährlichen Finanzbericht der Royals erstmals ihre Steuerzahlungen offengelegt. Demnach zahlte der 77-jährige Monarch seit seiner Thronbesteigung mehr als 30 Millionen Pfund (rund 34,8 Millionen Euro). William musste über 20 Millionen Pfund (etwa 23 Millionen Euro) an den Fiskus abführen.

Doch trotz der neuen Offenheit gibt es deutliche Kritik an den Royals, denn weiterhin ist nicht klar, wie viel sie eingenommen haben. Dan Neidle von der Denkfabrik Tax Policy Associates bezeichnete die jüngsten Veröffentlichungen als «höchst undurchsichtig». Im Interview mit dem Radiosender BBC 4 sagte er: «Wir wissen nicht, wie viel davon Kapitalertragsteuer und wie viel Einkommensteuer ist.» Er fügte hinzu: «Vor allem wissen wir nicht, welche abzugsfähigen Ausgaben er geltend gemacht hat, um das zu versteuernde Einkommen zu ermitteln.»

Forderung nach Senkung der Kosten für Steuerzahler

Auch der Professor für forensische Buchführung, Atul Shah, beklagte im Gespräch mit dem Sender Sky News mangelnde Transparenz. «Wir haben definitiv keine Ahnung vom Gesamtbild des Vermögens des Königs und der Königsfamilie.» Es gebe lediglich Anzeichen auf ein umfangreiches und erhebliches Anlageportfolio, sagte der Experte. Mehr Offenheit darüber könne das Vertrauen der Menschen stärken, so Shah weiter. Die bisherige Veröffentlichung bezeichnete er jedoch als «partiell, unvollständig und selektiv».

Dem früheren Innenstaatssekretär von den Liberaldemokraten und Royal-Kritiker Norman Baker zufolge zeigen die veröffentlichten Zahlen vor allem, dass das Einkommen der Royals enorm ist. Warum sie dem Steuerzahler trotzdem so teuer zu stehen kämen, müsse aufgeklärt werden. «Wenn Charles und auch William davon sprechen, die Monarchie zu verschlanken, wollen wir, dass die Kosten gesenkt werden und nicht nur weniger Leute auf dem Balkon des Buckingham-Palasts stehen», sagte er der BBC zufolge.

Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen 

Die Finanzen der Royals gerieten vor kurzem erst in die Schlagzeilen. Ein Bericht des britischen Rechnungshofs offenbarte, dass Charles' Bruder Prinz Andrew (66) zwar für sein luxuriöses Anwesen Royal Lodge selbst nur eine symbolische Miete zahlte, aber Geld durch Untervermietungen einnahm. Andrew war wegen seiner Verwicklung in den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Multimillionär Jeffrey Epstein in Verruf geraten und musste das Anwesen auf dem Gelände von Schloss Windsor inzwischen räumen. 

Die Miete für seine Töchter Prinzessin Beatrice (37) und Prinzessin Eugenie (36) in royalen Anwesen zahlt der König, obwohl die beiden keine royalen Aufgaben wahrnehmen.

Zu den privaten Einkommensquellen des Königs gehören unter anderem Erträge aus Investitionen und Einnahmen aus seinen privaten Anwesen wie Balmoral in Schottland. Auch das Herzogtum Lancaster (Duchy of Lancaster) verschafft dem Monarchen Jahr für Jahr ein Millioneneinkommen. Dabei handelt es sich um ein privates Portfolio aus Landbesitz, Immobilien und Investitionen.

© dpa-infocom, dpa:260626-930-289024/1