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Salsa-Legende Rubén Blades nimmt Abschied: Konzert in Berlin

Er zählt zu den einflussreichsten Künstlern Lateinamerikas: Nach 40 Jahren kehrt der «Salsa-Poet» Rubén Blades nach Berlin zurück - mit dem einzigen Deutschland-Konzert seiner Abschiedstournee.

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Salsa-Sänger Rubén Blades wird 75 Paul Buck/EPA/dpa

New York (dpa) - Für die Fans der Salsa und des Latin Jazz war es ein Schock: Im Februar kündigte Rubén Blades an, dass er 2026 zum letzten Mal in Europa auf Tournee gehen werde. «In meinem Alter muss man sich der Realität der Zeit und der Gesundheit stellen», sagt der in New York lebende Musiker und Schauspieler der Deutschen Presse-Agentur in einem Videointerview. 

«Bislang ist Gott sei Dank alles gut, aber das kann sich von einem Augenblick auf den nächsten ändern», so der 77-Jährige. Er wolle künftig mehr Zeit mit seiner Familie und seinen Freunden genießen und auch mehr Zeit in seiner Heimat Panama verbringen. 

Einziges Deutschland-Konzert in Berlin 

In Europa macht Blades, der am 16. Juli 78 wird, auf seiner Tournee Station in Italien, der Schweiz, Großbritannien, Frankreich und Spanien. Sein einziges Deutschland-Konzert gibt er an diesem Freitag (10. Juli) in Berlin. 

Zuletzt war er vor 40 Jahren in der damals noch geteilten Stadt aufgetreten. Der Traum jedes Deutschen sei sicherlich ein geeintes Deutschland, erklärte Blades seinerzeit. 

Der Mauerfall sei ein Beweis dafür gewesen, dass scheinbar Unmögliches möglich sei, sagt er nun. Darum habe ihn besonders gefreut, dass Berlin im Tourkalender stehe. 

Von Bertolt Brecht inspiriert

Im Berliner Tempodrom tritt der für seine sozialkritischen Lieder bekannte Musiker mit der 20-köpfigen Roberto Delgado Big Band auf und präsentiert sein neuestes Werk, «Fotografías» (Fotografien), mit dem er im vergangenen Jahr den Latin Grammy für das beste Salsa-Album gewann. 

Aber auch seine großen Hits werden sicher nicht fehlen, allen voran «Pedro Navaja». Das 1978 erschienene Stück, das von der Figur Mackie Messer aus Bertolt Brechts «Dreigroschenoper» inspiriert ist, trug maßgeblich zu Blades' Kultstatus und zum Titel des «Salsa-Poeten» bei. Die dazugehörige Schallplatte, «Siembra» (Saat), gilt bis heute als die meistverkaufte Salsa-Platte der Geschichte.

Es sei sehr schwierig gewesen, die Songs für diese Tournee auszusuchen, erzählt Blades, der inzwischen rund 40 Alben herausgebracht hat. «Es ist ein Problem, 50 Jahre Musikkarriere in anderthalb bis zwei Stunden Konzert unterzubringen.» 

Zudem wolle das Publikum auch andere Stücke aus seiner kongenialen Zusammenarbeit mit dem Posaunisten und Produzenten Willie Colón (1950-2026) hören, der unerwartet im Februar gestorben war. Dazu zählen etwa «Pablo Pueblo», «Plantación Adentro», «Plástico» oder «Tiburón».

Auch als Schauspieler gefragt

Als Rückzug wolle er die Tournee aber nicht verstanden wissen, betont Blades. So werde er 2027 noch einige Konzerte außerhalb Europas geben, außerdem arbeite er gerade an zwei neuen Alben. Er werde auch dem Kino treu bleiben, denn neben seiner jahrelangen Rolle in der Zombieserie «Fear the Walking Dead» wirkte er in fast 50 Filmen mit. 

Ebenfalls im kommenden Jahr sollen seine Memoiren erscheinen. Der spanische Titel spielt auf den Refrain von «Pedro Navaja» an: «La vida te da sorpresas» (etwa: Das Leben hält Überraschungen für Dich bereit).

© dpa-infocom, dpa:260708-930-350974/1