Trotz Cannes: Miles Teller lehnt Konkurrenzdenken ab
Hollywood-Star Miles Teller gehört der Oscar-Akademie an, die über die wichtigsten Filmpreise mitentscheidet – von Konkurrenz hält er trotzdem wenig. In Cannes läuft ein Film mit ihm im Wettbewerb.
Cannes (dpa) - Miles Teller kann mit dem Prinzip Wettbewerb im Kino wenig anfangen – und steht doch selbst mittendrin. «Dass ein Film im Wettbewerb steht, dass man sich quasi entscheiden muss, ob man gegen andere Filme antritt oder nicht – für mich widersprechen sich diese Dinge fast. Ich habe diesen Teil des Geschäfts nie wirklich gemocht», sagte der Schauspieler der Deutschen Presse-Agentur.
Der 39-Jährige spielt an der Seite von Hollywoodstar Adam Driver in «Paper Tiger» von James Gray, der in Cannes um die Goldene Palme konkurriert. «Paper Tiger» hier erstmals mit dem Publikum zu teilen, sei jedoch etwas anderes. Das sei eine wunderbare Erfahrung, auch wenn es nervös mache. «Es ist ein großes Fest des Films, und man ist geografisch gesehen an einem der schönsten Orte der Welt. Besonders Independent-Filme bekommen hier eine große Bühne», sagte Teller.
Der Film spielt im New York des Jahres 1986 und erzählt von zwei Brüdern, deren gemeinsamer Aufstiegswunsch zunehmend außer Kontrolle gerät. Aus der Sehnsucht nach Erfolg werden Abhängigkeiten und Gewalt, als der ältere Bruder sich mit der russischen Mafia einlässt – und die Dynamik zwischen den beiden kippt.
Auch abseits seiner Filmrolle äußert sich Teller zu seiner Haltung gegenüber Erwartungen und Zukunftsplänen. Er versuche, «so gut es geht, mit dem Flow zu gehen und nicht zu viel über die Zukunft nachzudenken», sagte er. Hohe Erwartungen führten häufig zu Enttäuschungen. Wer im Moment lebe und ohne Bedauern handle, finde eher innere Ruhe, so Teller.