Zum Hauptinhalt springen

A5 dicht – Autobahnsperrung wegen Weltkriegsbombe

Ein Baggerfahrer stößt in Sinzheim bei Baden-Baden auf eine Weltkriegsbombe. Für die Entschärfung müssen Anwohner ihre Häuser verlassen – und die A5 wird gesperrt. Was Autofahrer beachten müssen.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG ANTENNE BAYERN Logo
Kampfmittelbeseitigung Moritz Frankenberg/dpa

Sinzheim (dpa) - Nach dem Fund einer Weltkriegsbombe in Sinzheim bei Baden-Baden muss die Autobahn A5 am Abend in der Region vollständig gesperrt werden. Betroffen sei die Strecke zwischen den Anschlussstellen Bühl und Baden-Baden ab etwa 19.30 Uhr, wie das Landratsamt Rastatt mitteilte. Autofahrer wurden gebeten, den Bereich großräumig zu umfahren.

Ein Baggerfahrer habe den Sprengkörper am Morgen in der Nähe einer Gemeinschaftskläranlage gefunden, hieß es. Die Entschärfung durch den Kampfmittelbeseitigungsdienst sei für den Abend gegen 20.00 Uhr geplant. Dafür müssen die Bewohner im Umkreis von einem Kilometer ihre Häuser verlassen. Wie viel Menschen betroffen sind, blieb zunächst unklar.

Immer wieder werden Bomben in Baden-Württemberg entdeckt

Auch mehr als 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs werden in Baden-Württemberg immer wieder Fliegerbomben entdeckt. In Pforzheim etwa hatte eine 1,8 Tonnen schwere Weltkriegsbombe Mitte Mai größere Räumungen verursacht, bis zu 30.000 Menschen waren betroffen.

Der Kampfmittelbeseitigungsdienst Baden-Württemberg hat im vergangenen Jahr 19 Bombenblindgänger (2024: 13) mit einem Gewicht von je mindestens 50 Kilogramm unschädlich gemacht. 17 seien entschärft worden, 2 kontrolliert gesprengt, heißt es in einer Mitteilung des Regierungspräsidiums Stuttgart. 

Bei 930 Einsätzen (2024: 811) hätten die Fachleute rund 18,8 Tonnen Kampfmittel und Munition (2024: 16,6 Tonnen) eingesammelt, die auf Baustellen, Privatgrundstücken oder in freier Natur entdeckt worden waren.

Weitere Blindgänger-Funde möglich

Die Behörden handeln je nach Fundort und Zustand der Weltkriegsrelikte sofort - oder es vergehen einige Tage zwischen Fund und Evakuierung. In dieser Zeit werden die Räumungsmaßnahmen vorbereitet.

Rund 1,35 Millionen Tonnen Munition wurden laut dem Regierungspräsidium im Zweiten Weltkrieg auf das Gebiet des damaligen Deutschen Reichs abgeworfen. «Alleine auf das Land Baden-Württemberg entfielen rund 100.000 Tonnen Abwurfmunition.» Hiervon seien etwa 10 bis 15 Prozent nicht explodiert. Daher würden noch viele Blindgänger in Böden und Gewässern vermutet.

© dpa-infocom, dpa:261022-930-879279/1