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Italien setzt deutsches Schiff nach Rettungsaktion fest

Die rechte Regierung in Rom will noch härter gegen Migranten vorgehen, die übers Mittelmeer kommen. Jetzt muss eine deutsche Hilfsorganisation Geldstrafe zahlen.

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Seenotrettungsschiff «Humanity 1» in Italien Marcello Valeri/Zuma Press/dpa

Rom (dpa) - Italien hat zum wiederholten Mal das Schiff einer deutschen Hilfsorganisation festgesetzt, das Migranten im Mittelmeer aufgenommen hatte. Die «Humanity 1» muss nach Angaben der Hilfsorganisation SOS Humanity für 60 Tage im Hafen von Trapani auf der Insel Sizilien bleiben, bis sie wieder ausfahren darf. Zudem sei von den Behörden eine Geldstrafe von 10.000 Euro verhängt worden. Die «Humanity 1» hatte demnach beim jüngsten Einsatz 33 Menschen gerettet und zwei Leichen geborgen.

Die italienische Regierung begründet die Festsetzung damit, dass die Crew auf hoher See abermals gegen Vorschriften verstoßen habe. Innenminister Matteo Piantedosi sprach von einem «verantwortungslosen Verhalten», das auch das Leben von Migranten gefährde. 

SOS Humanity bestätigte, dass die Crew nicht mit der Seenotleitstelle Libyens kommuniziert habe. Dies geschehe, weil die Behörde für «schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber Schutzsuchenden» verantwortlich sei. In dem nordafrikanischen Land machen sich oft Migranten auf den Weg zu der gefährlichen Überfahrt nach Europa.

Die Koalition aus drei rechten und konservativen Parteien in Rom unter Führung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni hatte erst am Mittwoch eine härtere Migrationspolitik angekündigt. Dazu gehören auch Pläne, Boote von Migranten gegebenenfalls durch «Seeblockaden» aufzuhalten. Italien gehört zu den Ländern, die von der Fluchtbewegung übers zentrale Mittelmeer besonders betroffen sind. Jedes Jahr landen Zehntausende mit Booten an Italiens Küsten.

© dpa-infocom, dpa:260214-930-686679/1