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Papst: «Welt wird von Handvoll Tyrannen zerstört»

Auf seiner Afrika-Reise macht Leo XIV. einen Abstecher in den Nordwesten Kameruns, wo seit 2017 Tausende getötet wurden. Dabei wird er grundsätzlich - ohne Namen zu nennen.

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Papst Leo XIV. in Afrika - Kamerun Andrew Medichini/AP/dpa

Bamenda (dpa) - Angesichts von blutigen Konflikten in vielen Teilen der Welt hat Papst Leo XIV. jede Form von Kriegstreiberei verurteilt. «Die Welt wird von einer Handvoll Tyrannen zerstört und von Myriaden solidarischer Brüder und Schwestern aufrechterhalten», sagte das Oberhaupt der katholischen Kirchen auf seiner Afrka-Reise bei einem Besuch in Kamerun. Mit Myriaden ist eine riesige Menge gemeint. 

Deutlicher wurde Leo in einer Ansprache in der Stadt Bamenda nicht. Er nannte auch keine Länder oder Politiker beim Namen. Weiter sagte er: «Die
Kriegsherren tun so, als ob sie nicht wüssten, dass ein Augenblick genügt, um zu zerstören, dass aber oft ein ganzes Leben nicht ausreicht, um wiederaufzubauen.» Für Tod und Verwüstung würden «Milliarden
Dollar verbraucht».

Papst will sich aus Weißem Haus nicht einschüchtern lassen

In den vergangenen Tagen war der Papst nach Friedensappellen mehrfach von US-Präsident Donald Trump kritisiert worden. Der erste US-Amerikaner als Oberhaupt von 1,4 Milliarden Katholiken machte jedoch deutlich, dass er sich aus dem Weißen Haus nicht einschüchtern lassen will. Kamerun ist für Leo nach Algerien die zweite Station einer insgesamt elftägigen Afrika-Reise. Es folgen Angola und Äquatorialguinea.

Leo äußerte sich in Kameruns drittgrößter Stadt Bamenda im Nordwesten des westafrikanischen Landes. Dabei lobte er gemeinsame Friedensbemühungen von Christen und Muslimen. In der Region tobt seit 2017 ein Konflikt mit Tausenden Toten zwischen Regierung und Separatisten. Hunderttausende wurden vertrieben. Die Religionsgemeinschaften versuchen zu vermitteln. 

Papst: Namen Gottes nicht für andere Zwecke missbrauchen

Der Papst bezeichnete dies als Beispiel für andere Regionen auf der Welt. «Ich würde mir das für so viele Orte auf der Erde wünschen. Selig sind die Friedfertigen. Wehe jedoch denen, die die Religionen und selbst den Namen Gottes für ihre militärischen, wirtschaftlichen und politischen Zwecke verbiegen und damit das Heilige in Schmutz und Finsternis ziehen.» 

 

Am Nachmittag feierte Leo mit mehr als 20.000 Gläubigen auf dem Flughafen von Bamenda eine Messe. Mehr als die Hälfte der 30 Millionen Einwohner bekennt sich in Kamerun zum Christentum. Dem katholischen Glauben gehört etwa ein Viertel an. Zum Islam bekennen sich rund 20 Prozent. In Kamerun leben Schätzungen zufolge rund 40 Prozent der Bevölkerung in Armut. Opposition, Meinungs- und Pressefreiheit sind stark eingeschränkt.

© dpa-infocom, dpa:260416-930-953143/2