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Weihnachtstrinkgeld: Das dürfen Postboten, Paketboten und Müllabfuhr in Bayern annehmen

Der Postbote klingelt, der Paketzusteller schleppt wieder drei Pakete in den dritten Stock, und die Müllabfuhr leert auch bei Schnee die Tonne: Zu Weihnachten wollen viele einfach mal Danke sagen. Aber Vorsicht: Nicht jeder darf ein Trinkgeld annehmen. Wir zeigen euch, welche Regeln für Post, Paketdienste und öffentliche Dienste in Bayern gelten und womit ihr garantiert niemanden in Verlegenheit bringt.

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Geld in den Händen Geld & Recht Foto: Unsplash / Christian Dubovan

Darf man Weihnachtstrinkgeld geben?

Grundsätzlich ja. In vielen Regionen ist es Tradition, Briefzustellern, Paketboten, der Müllabfuhr oder Zeitungszustellern zu Weihnachten eine kleine Aufmerksamkeit zu überreichen. Oft ist das ein Trinkgeld. Es sollte aber immer freiwillig sein. Erwartet wird es nicht.

Der Haken:
Viele Unternehmen und Kommunen haben genaue Vorgaben, was ihre Mitarbeiter annehmen dürfen. Sie wollen damit verhindern, dass der Eindruck von Bevorzugung oder gar Bestechlichkeit entsteht. Hält sich jemand nicht daran, drohen arbeitsrechtliche Konsequenzen, von der Abmahnung bis zur Kündigung. Geregelt ist das meist im Arbeitsvertrag. Dabei wird oft zwischen Sachgeschenken und Geldgeschenken unterschieden.

Wichtig bei jedem Geschenk: keine Gegenleistung erwarten

Egal, wem ihr etwas schenkt: Das Geschenk muss immer bedingungslos sein. Erwartet ihr dafür eine Gegenleistung, zum Beispiel dass das Paket künftig an einem bestimmten Ort abgelegt wird oder dass Gartenabfälle mitgenommen werden, kann das als Bestechung gelten. Das bringt euch und den Boten in Schwierigkeiten.

Wer darf was annehmen? Der Überblick

Geschenke und Trinkgeld für Dienstleister
Wer Das gilt meistens
Öffentlicher Dienst (z. B. Müllabfuhr) Geldgeschenke oft komplett tabu, kleine Sachgeschenke meist in Ordnung
Private Dienstleister (z. B. Hausmeister-Service, Reinigungsfirma) Meist keine strengen Vorgaben
Paketdienste und Post Je nach Unternehmen unterschiedlich, oft bis 10 oder 25 Euro
Alle Im Zweifel einfach fragen

Weihnachtstrinkgeld bei Post und Paketdiensten

Bei der Post hat das Trinkgeld Tradition. Bei der DHL Group dürfen Zusteller geringwertige Sachgeschenke bis zu einem Wert von 25 Euro annehmen. Bargeld-Trinkgelder fallen laut DHL meist deutlich niedriger aus.

Bei Hermes gibt es keine einheitliche Regel. Die Pakete werden von selbstständigen Servicepartnern zugestellt, die ihre eigenen Richtlinien festlegen. Als Richtwert gelten oft 10 Euro. Fragt im Zweifel kurz bei eurem Zusteller nach.

DPD
bietet ein digitales Trinkgeld an: Ihr könnt es in der DPD App oder in myDPD per PayPal geben, bis zu 9,50 Euro. Voraussetzung ist, dass euer Zusteller die Funktion aktiviert hat. Bargeld ist ebenfalls erlaubt.

Geschenke und Trinkgeld bei Paketdiensten
Unternehmen Das ist erlaubt
DHL Group Sachgeschenke bis 25 Euro, Trinkgelder meist deutlich darunter
Hermes Germany Keine einheitliche Obergrenze, Richtwert oft 10 Euro, im Zweifel nachfragen
DPD Digitales Trinkgeld bis 9,50 Euro (wenn der Zusteller die Funktion aktiviert hat), Bargeld ebenfalls erlaubt

Trinkgeld im öffentlichen Dienst: Das gilt in bayerischen Städten

Digitales Trinkgeld bis 9,50 Euro (wenn der Zusteller die Funktion aktiviert hat), Bargeld ebenfalls erlaubt

Geschenke für Beschäftigte: Regelungen nach Stadt
Stadt Das gilt
München Gutscheine und Sachgeschenke bis 25 Euro, einmal pro Jahr und Person. Bargeld ist tabu.
Augsburg Sachgeschenke bis 20 Euro pro Jahr. Bargeld und Gutscheine bis 10 Euro pro Kunde. Mitarbeiter müssen Zuwendungen melden.
Nürnberg Nur Sachgeschenke bis 10 Euro, z. B. Lebkuchen. Geld und Gutscheine sind untersagt.
Regensburg Nur Sachgeschenke bis 10 Euro, kein Bargeld
Würzburg Gutscheine und Sachgeschenke bis 20 Euro, einmal pro Jahr und Haushalt

Auch in anderen Städten gelten oft strenge Regeln. Fragt dort am besten beim örtlichen Entsorgungsbetrieb nach. Die Vorgaben sollen die Unabhängigkeit der Mitarbeiter sichern und jeden Anschein von Beeinflussung vermeiden.

Bei privaten Abfallfirmen gelten die kommunalen Vorgaben übrigens nicht. Dort entscheidet der Arbeitgeber.

Wie viel Weihnachtstrinkgeld ist üblich?

Einen gesetzlichen Höchstbetrag gibt es nicht. Die meisten geben zwischen 2 und 5 Euro. Als Orientierung gelten bei Paketboten 5 bis 10 Euro. Die bei DHL genannten 25 Euro sind eine Obergrenze, die in der Praxis selten ausgereizt wird. Bei vielen Städten und Paketdiensten liegt die Grenze deutlich niedriger, oft bei 10 Euro.

Gutscheine sind eine gute Alternative, aber nicht überall erlaubt: Bei der Post zählen sie als Sachgeschenk. Bei städtischen Betrieben wie in Augsburg oder Nürnberg sind sie dagegen oft eingeschränkt oder verboten.

Alternativen zum Trinkgeld: Damit liegt ihr immer richtig

Ihr seid unsicher, ob euer Zusteller Geld annehmen darf? Dann helfen diese Ideen:

  • ein Schoko-Weihnachtsmann
  • Plätzchen oder eine kleine Flasche Wein
  • ein Gutschein (vorher nachfragen, ob er erlaubt ist)
  • ein heißer Kaffee im Winter
  • eine Dankeskarte

Unser Geheimtipp: Über einen Schoko-Weihnachtsmann oder einen heißen Kaffee freut sich jeder. Und wenn ihr unsicher seid, fragt einfach den Boten eures Vertrauens, ob er das Geschenk annehmen darf.

FAQ

Ist Weihnachtstrinkgeld erlaubt?

Grundsätzlich ja. Wie hoch es sein darf, unterscheidet sich aber je nach Unternehmen oder Stadt. Im Zweifel fragt ihr am besten nach.

Wird Weihnachtstrinkgeld erwartet?

Nein. Trinkgeld ist immer freiwillig, auch wenn es in vielen Regionen zu Weihnachten dazugehört.

Darf ich für mein Trinkgeld etwas erwarten?

Nein. Ein Geschenk muss immer ohne Gegenleistung sein. Sonst kann es als Bestechung gelten.

Wer darf Trinkgeld annehmen?

Bei privaten Dienstleistern wie Hausmeister oder Putzkraft gibt es meist keine strengen Vorgaben. Im öffentlichen Dienst, zum Beispiel bei der Müllabfuhr, sind Geldgeschenke dagegen oft verboten.

Warum dürfen manche Mitarbeiter kein Trinkgeld annehmen?

Viele Arbeitgeber wollen Bevorzugung und Korruption vorbeugen. Deshalb regeln sie im Arbeitsvertrag, welche Geschenke erlaubt sind.

Was passiert, wenn jemand unerlaubt Trinkgeld annimmt?

Dann können Abmahnung bis hin zur Kündigung drohen.

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