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Weihnachtsdeko im Wald sammeln: Ist das erlaubt?

Viele Menschen fragen sich in der Vorweihnachtszeit, ob es erlaubt ist, Zweige, Zapfen und andere Naturprodukte zum weihnachtlichen Dekorieren mit nach Hause zu nehmen. Wir erklären euch, was man darf und was nicht.

Frau bastelt Kranz Weihnachten Foto: Elena Medoks/Adobe Stock

Viele Menschen stellen sich zu dieser Zeit die Frage, ob es erlaubt ist, Weihnachtsdeko aus dem Wald mitzunehmen. Schließlich gibt es eine große Auswahl: ob Tannenzapfen, Rinde oder Moos. Doch ist das überhaupt erlaubt?

Was darf man aus dem Wald mitnehmen?

Da Wälder mit ihren empfindlichen Ökosystemen eine wichtige Rolle für die Umwelt und das Klima spielen, ist es entscheidend, sie nachhaltig zu pflegen. Das wird vom Artikel 13 des bayerischen Waldgesetzes geregelt. In der Regel gehört alles, was in Wäldern ist, dem Eigentümer. Es kann das Land, die Gemeinde oder auch Einzelpersonen sein. In Deutschland werden der Umgang mit dem Wald durch Bundes- und Landeswaldgesetze geregelt. Gemäß § 39 des Bundesnaturschutzgesetzes (BNatSchG) ist es untersagt, wild lebende Pflanzen ohne angemessenen Grund von ihrem Standort zu entnehmen, zu nutzen oder ihre Bestände zu zerstören oder auf andere Weise zu verwüsten

Ist es also verboten, Blumen zu pflücken, Pilze zu sammeln oder Zapfen zu nehmen? Nein, es ist erlaubt, geringe Mengen zu sammeln, also für den eigenen Bedarf. Jedoch existieren auch hier einige zusätzliche Bestimmungen.

Aus dem Wald mitgenommen werden dürfen unter anderem:

  • Blumen
  • Gräser
  • Beeren
  • Früchte
  • Pilze
  • Kräuter
  • Streu
  • Leseholz (Zweige/Reisig)
  • Farne
  • Moose
  • Flechten

Diese Ausnahmen gelten:

Forstwirtschaft

Für Pflanzen, die forstwirtschaftlich angebaut werden, gilt die Regelung für den "Handstrauß", also den persönlichen Bedarf, nicht. Die finanziellen Interessen der Waldbesitzer werden hier berücksichtigt. Es ist untersagt, Setzlinge oder Bäume mitzunehmen. Wenn ihr es trotzdem tut, könnt ihr eine Geldstrafe erwarten. Auch ist es allgemein verboten, Brennholz zu sammeln. Holzsammelscheine, die von zuständigen Förstern ausgestellt werden können, sind eine andere Möglichkeit, größere Mengen Holz aus dem Wald zu holen. Natürlich ist das nicht kostenlos. 

Ihr habt die Möglichkeit, kostenlos Leseholz für euren Eigenbedarf aus Wäldern zu sammeln, die ausschließlich dem Freistaat Bayern gehören. "Leseholz" bezieht sich auf Holz, das im Wald von selbst zu Boden gefallen ist, dürr oder angefault ist. Es gilt: Waldbesitzer müssen es zurückgelassen werden und nicht verkaufen werden sollen.

Naturschutzgesetze

Neben den Bedürfnissen der Forstwirtschaft gewinnt auch der Schutz der Natur an Bedeutung. Es ist untersagt, geschützte Pflanzen aus dem Wald mitzunehmen. Um dies zu erreichen, müsst ihr wissen, welche Pflanzen das sind. Beispielsweise ist es untersagt, Moosarten wie Torfmoose, Weißmoose und Hainmoose zu sammeln, da sie vom Aussterben bedroht sind und auch in kleinen Mengen nicht mitgenommen werden dürfen. Jedoch ist es schwierig, sie zu unterscheiden, da alle Moose sehr ähnlich aussehen. Es ist auch untersagt, Pflanzen aus ausgewiesenen Naturschutzgebieten mitzunehmen.

Aufgepasst vor Ungeziefer

Es ist möglich, dass ihr unerwünschte Insekten mit ins Haus holt, wenn Brennholz vor dem Verbrennen im Gebäude zwischengelagert wird, so die A.S.S. Allround Schädlingsbekämpfungen. Laut Untersuchungen werden vor allem Käfer mit dem Brennholz ins Haus geschleppt. Hauptsächlich geht es um Bockkäfer und Nagekäfer. Es hängt von der Qualität des Holzes und den Lagerbedingungen im Gebäude ab, ob die Tiere mit dem Holz ins Haus gelangen können. Brennholz wird normalerweise außerhalb der Saftzeit der Bäume eingeschlagen. Falls das Holz im Freien gut belüftet und vor Niederschlägen geschützt gelagert wird, ist es nach etwa zwei Sommern ideal getrocknet und ermöglicht eine umweltfreundliche und kostengünstige Verbrennung. 

Es ist sehr unwahrscheinlich, dass Käfer das Brennholz außerhalb der Saftzeit von gesunden Bäumen befallen. Bei geschädigten Bäumen und einem Einschlag während der Saftzeit ist die Wahrscheinlichkeit jedoch höher. Hintergrund: Die Flugzeit vieler Insekten ist gleichzeitig mit der Saftzeit verbunden, weshalb frisch geschlagene Stämme für die Eiablage genutzt werden. Die Schäden an Bäumen wurden häufig durch verschiedene Insekten verursacht, die auch durch andere Umweltfaktoren beeinflusst wurden. Jedoch besteht die Möglichkeit, dass das Holz auch nach der Aufbereitung von verschiedenen Insekten befallen wird. Die Umgebung des Waldes fördert den Befall. Jedoch besteht eine geringe Wahrscheinlichkeit, wenn das Holz wie oben beschrieben luftig und trocken aufbewahrt wird.

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