31.05.2019 | Familie & Kinder Lebensgefahr beim Anbaden: Das ist zum Start der Badesaison in Bayern absolut tabu

Sommerliche Temperaturen von fast 30 Grad locken uns am Wochenende in Bayern zum Anbaden. In den vergangenen Tagen häuften sich allerdings Unglücke auf Flüssen wie etwa das Schlauchboot-Drama mit drei Toten am Rhein. Dauerregen und Hochwasser sorgten zuletzt außerdem für eine angespannte Lage auf natürlichen Gewässern. Was ihr zum Saisonstart für sicheres Baden beachten müsst, erklären wir euch hier.

Foto: Sven Hoppe/dpa

Spätestens nach dem Unglück auf dem Rhein, bei dem am Vatertag nahe der französischen Gemeinde Gerstheim ein Schlauchboot gekentert war, sollten alle gewarnt sein. Der Ausflug einer kleinen Touristengruppe aus dem Schwarzwald endete in einer Tragödie: Ein sechsjähriges Mädchen und ein Mann starben. Ein Zeuge, der zu Hilfe eilte, ertrank ebenfalls. Offenbar unterschätzten sie die starke Strömung des Flusses.

In Bayern planen viele Familien für das Wochenende (31.05.-02.06.) einen Ausflug ins Freibad, an Flüsse oder Seen, um bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad in die Badesaison zu starten. Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) mahnt aber zur Vorsicht und warnt vor lebensgefährlichen Badeausflügen.

DLRG: Baden in bayerischen Flüssen zurzeit „sehr gefährlich“

„Aufgrund der starken Regenfälle in letzter Zeit führen die Flüsse im Freistaat viel Wasser“, erklärt Michael Förster von der DLRG Bayern gegenüber ANTENNE BAYERN. Das gelte für alle Flüsse in Bayern, deshalb sei das Baden dort sehr gefährlich, so Förster. Aus diesem Grund rät die DLRG vom Baden in Flüssen derzeit in ganz Bayern ab.

Diese 4 Gefahren lauern an Flüssen

Wer nun denkt, das Schwimmen an eingerichteten Badestellen an Flüssen wird trotzdem irgendwie gehen, der irrt. Die DLRG nennt konkret vier Gefahren, die aktuell an bayerischen Flüssen lauern:

  • die Höhe der Wasserpegel
  • die schnelle Strömung, durch die man sich nicht mehr am Ufer festhalten kann
  • das Treibgut, wovon zurzeit viel unterwegs ist
  • das sehr kalte Wasser, das die Muskelkraft schwächt und schwerer macht, sich über Wasser zu halten
Wasserwacht München: Schlauchbootfahren ein Tabu

Nicht nur das Schwimmen, auch das Bootfahren wird derzeit auf Flüssen zur Gefahr. Das Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen und die Wasserwacht München warnen aufgrund des hohen Wasserstands vorm Schlauchbootfahrten auf der Isar

Besonders hier sei Treibholz sehr gefährlich, betont DLRG-Pressesprecher Förster. „Das Zeug kommt mit hoher Geschwindigkeit angeschossen und kann Menschen im Wasser lebensgefährlich verletzten!“ Auch auf der Loisach gilt laut dem Landratsamt Bad Tölz-Wolfratshausen erhöhte Vorsicht.

Wasserwacht München auf Facebook:

So wird die Lage an Seen eingeschätzt

In den bayerischen Seen könne man am Wochenende baden, so Förster, aber auch hier sei Vorsicht geboten. Hier ist die Lage zwar nicht so angespannt, aber die Seen sind ebenfalls noch sehr kalt, weil sie bisher kaum durch die Sonne erwärmt wurden. Dazu haben laut DLRG die Seen auch einen höheren Wasserpegel und hier und da kann Treibgut schwimmen.

Der Rat der Experten: Badende sollten nicht zu weit raus schwimmen und Kinder im Auge behalten. „Niemand sollte sich überschätzen“, betont Michael Förster. Einen Tipp sollten alle Schwimmer ebenfalls beherzigen: Schwimmt vor allem in natürlichen Gewässern nie alleine und passt gegenseitig aufeinander auf, um Notsituationen zu vermeiden. Am geeignetsten ist zum Start der Badesaison ein Ausflug ins Freibad.