16.05.2022 | Gesundheit WHO-Forderung: So sollen junge Menschen vor Alkoholwerbung geschützt werden

Bier-, Wein-, und Schnapshersteller nehmen immer mehr junge Menschen ins Visier und wollen sie mit Online-Werbung erreichen. Zu diesem Ergebnis kommt die Weltgesundheitsorganisation in einer neuen Studie. Warum die einzelnen Staaten wenig dagegen tun können und was die WHO fordert, lest ihr hier.

Foto: Alexander Heinl/dpa

Alle zehn Sekunden stirbt nach WHO-Schätzungen irgendwo auf der Welt ein Mensch im Zusammenhang mit Alkoholkonsum. Besonders gefährdet sind demnach junge Menschen zwischen 20 und 39 Jahren.

In klassischen Medien wie Zeitungen, Radio oder TV gibt es in Deutschland schon umfassende Regeln, die den Schutz junger Menschen in den Fokus rücken.

Nach § 6 Abs. 5 Jugendmedienschutz-Staatsvertrag1 darf sich Werbung für alkoholische Getränke weder an Kinder oder Jugendliche richten, noch durch die Art der Darstellung Kinder und Jugendliche besonders ansprechen oder diese beim Alkoholgenuss darstellen.
Alkoholproduzenten unterlaufen nationale Regeln

Werbekampagnen, die online geschaltet werden und weltweit zu sehen sind, machen vor nationalen Grenzen nicht halt. Reglementierungen zu Werbung sind meist national geregelt. Deshalb könnten sie unterlaufen werden, warnt die WHO in ihrem Bericht.

Zusätzlich würden die Hersteller das Online-Verhalten junger Menschen analysieren und gezielt Werbung schalten. Oft würden dazu unterschiedliche Slogan für dasselbe Produkt verwendet, angepasst an die jeweilige Zielgruppe.

Gesamter Online-Bereich betroffen.

Alkoholwerbung im Netz beschränkt sich mittlerweile nicht mehr nur auf Social-Media Plattformen wie Facebook oder Instagram. Immer öfter würde auch Online-Gaming bespielt. Durch Streaming-Plattformen wie Netflix würden sich zudem Produktplatzierungen in Filmen oder Serien viel schneller verbreiten, ohne das nationale Gesetze hier gegensteuern könnten.

WHO-Forderungen

Um diesem Trend entgegenzuwirken, hat die Weltgesundheitsorganisation einige Forderungen aufgestellt. 

Dazu gehören unter anderem Steuererhöhungen auf alkoholische Getränke, die Regelung von Werbung auf internationaler Ebene, Sensibilisierung für die gesundheitlichen Probleme durch Alkohol und mehr medizinische Unterstützung für alkoholsüchtige Menschen

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