03.12.2019 | Haustiere Juristen warnen und fordern: Katzen müssen an die Leine!

Die Deutschen lieben ihre Katzen, auch in anderen Ländern sind die Miezen beliebte Schmusepartner. Die Niederlande schlagen nun allerdings Alarm, Juristen sagen: Hauskatzen sind gefährlich, ihnen sollte der Freigang verboten werden oder sie müssen an die Leine.

Foto: Patrick Pleul/dpa

Eine aktuelle Studie der Universität Tilburg im Journal of Environmental Law sorgt für Aufsehen. Zwei Umweltrechtler geben darin an: Allein in den Niederlanden werden etwa 140 Millionen Tiere jährlich durch die rund zweieinhalb Millionen Hauskatzen getötet. Weltweit gefährdeten Katzen 367 Tierarten, sagt einer der Autoren Arie Trouwborst.

Gutachter verlangen: Drinnen bleiben oder an die Leinen

An die dramatischen Zahlen knüpfen Arie Trouwborst und Han Somsen die Aussage: „Hauskatzen genießen Privilegien, die andere Haustiere nicht haben.“ Katzen könnten sich so frei bewegen, wie kein anderes Haustier. Das sei sogar ein Verstoß gegen EU-Recht. Eigentlich dürfte nach Sicht der Juristen nirgendwo in der EU eine Katze ohne Leine frei herumlaufen. Nur, kein einziges Land komme dieser Verpflichtung nach.

Katzen seien mit dafür verantwortlich, dass Dutzende Vogel- und Säugetierarten mittlerweile ausgestorben sind, so die Juristen. „Sie fangen und töten sehr viele Tiere und verbreiten Krankheiten.“ Die Forderung: Als „Raubtiere“ dürften die Katzen nicht einfach frei herumlaufen.

Katzenausgangssperre? Keiner will sie aussprechen

In Deutschland gibt es laut Spiegel Online rund 15 Millionen Hauskatzen. Ein Großteil davon unternehme als Freigänger jeden Tag Jagdausflüge. Die Zahl ihrer Opfer gehe pro Jahr in eine dreistellige Millionenhöhe. Aber auch, wenn viele Tierrechtler die Entwicklung mit Sorge betrachten, anfassen möchte das Problem in der Politik niemand wirklich. Man stelle sich vor, man trete Katzenliebhabern mit drastischen Maßnahmen wie einer Ausgangssperre für ihre Stubentiger entgegen. Die Idee dürfte auf wenig Gegenliebe stoßen, der Kuschelkurs ist da viel bequemer.