12.12.2019 | Job & Berufsleben Handwerk: Für diese 12 Berufe gilt künftig wieder die Meisterpflicht

Der Bundestag hat die Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen beschlossen. Das Parlament hat nun Änderungen der Handwerksordnung verabschiedet. Der Schritt soll die Qualität im Handwerk stärken. Für Kunden könnte es teurer werden.

Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Der Bundestag hat die Rückkehr zur Meisterpflicht in vielen Berufen beschlossen. Das Parlament verabschiedete am Donnerstag (12.12.) Änderungen der Handwerksordnung.

Die Meisterpflicht wird damit für diese zwölf Gewerke wieder eingeführt:

  • Behälter- und Apparatebauer
  • Betonstein- und Terrazzohersteller
  • Böttcher
  • Drechsler und Holzspielzeugmacher
  • Estrichleger
  • Fliesenleger, Plattenleger, Mosaikleger
  • Glasveredler
  • Orgel- und Harmoniumbauer
  • Parkettleger
  • Raumausstatter
  • Schilder- und Lichtreklamehersteller
  • Rollladentechniker und Sonnenschutztechniker
Bestandsschutz für bestehende Handwerksbetriebe

Bestehende Betriebe, die derzeit nicht der Meisterpflicht unterliegen, dürfen auch weiterhin ihr Handwerk selbstständig ausüben und sollen einen Bestandsschutz erhalten.

Rückkehr nach 15 Jahren ohne Meisterpflicht

Im Jahr 2004 war in mehr als 50 Berufen die Meisterpflicht weggefallen. Mit der Reform der Handwerksordnung wollte die Bundesregierung damals einfachere Tätigkeiten für Selbstständige öffnen. Bis dahin durften diese Betriebe nur von ausgebildeten Handwerksmeistern geführt werden.

Lob und Kritik für Reform

Wirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) bezeichnete die Rückkehr zur Meisterpflicht als gute Nachricht für das Handwerk und die Kunden. Die Zustimmung zum Handwerk werde in der Bevölkerung weiter wachsen. Die Branche leiste zudem einen wichtigen Beitrag zur Ausbildung.

Der FDP-Abgeordnete Manfred Todtenhausen sagte mit Blick auf einen entsprechenden Antrag der AfD, eine vollständige Rückkehr zur Meisterpflicht in allen Gewerken wäre „Folklore“. Dies wären Lösungen von gestern.