Das ändert sich im Juli 2026: Die wichtigsten Neuerungen für Bayern
Zum 1. Juli 2026 treten in Bayern und ganz Deutschland zahlreiche neue Regelungen in Kraft: Bürgergeld wird zum Grundsicherungsgeld, die Rente steigt, neue Steuer-Apps erleichtern die Abgabe und vieles mehr. Was sich für euch konkret ändert, lest ihr hier im Überblick.
Ab Juli 2026 gibt es in Bayern und ganz Deutschland zahlreiche neue Gesetze und Regelungen.
Hier findet ihr die wichtigsten Änderungen im Überblick.
- Grundsicherungsgeld ersetzt Bürgergeld
- Tankrabatt fällt weg
- Wassercent kommt
- Rente steigt
- Steuererklärung: Neue Fristen und App „MeinElster+“
- Neue Regeln für Bußgeldbescheide und Punktehandel
- Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze
- Pflege-Mindestlohn steigt
- Recht auf Reparatur für Elektrogeräte
- Wölfe können leichter bejagt werden
- Kennzeichnungspflicht für Duftstoffe in Kosmetika
- Weitere Änderungen
Grundsicherungsgeld ersetzt Bürgergeld
Das bisherige Bürgergeld heißt ab dem 1. Juli Grundsicherungsgeld. Die Unterstützung ist künftig stärker an Mitwirkungspflichten gebunden. Wer Termine beim Jobcenter wiederholt versäumt oder sich nicht ausreichend um Arbeit bemüht, muss mit Leistungskürzungen rechnen. Ein einmalig verpasster Termin bleibt ohne Folgen, beim zweiten Mal droht eine Kürzung um 30 Prozent (rund 150 Euro) für einen Monat – sofern kein wichtiger Grund vorliegt. Die Leistungshöhe bleibt gleich, aber die Regeln werden strenger.
Tankrabatt fällt weg
Am 1. Juli endet der Tankrabatt – damit werden Diesel und Benzin in Bayern wieder teurer. Mit dem Ende des Tankrabatts wird die Energiesteuer wieder auf das ursprüngliche Niveau angehoben. Das bedeutet: Die Preise an den Zapfsäulen steigen um etwa 17 Cent pro Liter. Der Bundesverband Freier Tankstellen (bft) und der ADAC rechnen damit, dass die höheren Einkaufspreise ab dem 1. Juli direkt an die Kunden weitergegeben werden. Wie schnell und wie deutlich die Preiserhöhung ausfällt, hängt auch davon ab, wie viel günstiger eingekaufter Sprit noch in den Tanks der Tankstellen lagert.
Der ADAC empfiehlt, vor dem 1. Juli noch einmal vollzutanken. Besonders der 29. Juni gilt als guter Tag, um sich noch günstig mit Kraftstoff zu versorgen. Viele Autofahrer werden diesem Rat folgen, daher rechnen Tankstellen mit einem erhöhten Andrang in den letzten Tagen vor dem Stichtag. Unabhängig vom Tankrabatt bleibt der späte Vormittag – rund um 12 Uhr – die beste Zeit zum Tanken.
Wassercent kommt
Ab dem 1. Juli erhebt Bayern eine neue Gebühr auf die Entnahme von Grundwasser – den sogenannten Wassercent. Ziel ist es, den Schutz der Wasserressourcen zu stärken und einen bewussteren Umgang mit Wasser zu fördern. Die neue Gebühr betrifft alle, die im Freistaat Grundwasser entnehmen oder verbrauchen. Dazu zählen Wasserversorger, Wasserzweckverbände, Nutzer eigener Brunnen, Unternehmen und die Industrie.
Die Abgabe beträgt zehn Cent pro Kubikmeter und gilt für Entnahmen über einer Freimenge von 5.000 Kubikmetern pro Jahr. Privathaushalte zahlen den Wassercent nicht direkt, sondern über den Wasserversorger. Die Kosten werden voraussichtlich auf die Kunden umgelegt. Für einen durchschnittlichen Haushalt entstehen so rund fünf Euro pro Person und Jahr an Mehrkosten.
Rente steigt um 4,24 Prozent
Mehr als 21 Millionen Rentnerinnen und Rentner erhalten ab Juli eine höhere Rente. Die Bezüge steigen um 4,24 Prozent. Wer 1.000 Euro monatlich bekommt, erhält etwa 42 Euro mehr. Die Deutsche Rentenversicherung verschickt die neuen Bescheide bereits seit Mitte Juni. Diese sollten gut aufbewahrt werden, zum Beispiel für die Krankenkasse oder das Finanzamt.
Steuererklärung: Neue Fristen und App „MeinElster+“
Die Frist für die Einkommensteuererklärung 2025 endet am 31. Juli 2026. Wer einen Steuerberater nutzt, hat bis 1. März 2027 Zeit. Ab 1. Juli gibt es mit „MeinElster+“ eine neue App, die die Abgabe für ledige, kinderlose Arbeitnehmer und Rentner vereinfacht. Die App stellt eine vorausgefüllte Steuererklärung bereit, individuelle Kosten müssen aber weiterhin selbst eingetragen werden.
Neue Regeln für Bußgeldbescheide und Punktehandel
Die Verjährungsfrist für Bußgeldbescheide verlängert sich von drei auf sechs Monate. Außerdem wird der Punktehandel im Straßenverkehr verboten: Wer künftig falsche Angaben macht oder Punkte übernimmt, riskiert bis zu 30.000 Euro Bußgeld.
Wegfall der 150-Euro-Zollfreigrenze beim Online-Shopping
Ab Juli entfällt die Zollfreigrenze für Pakete bis 150 Euro. Für jede Warenart wird ein pauschaler Zoll von 3 Euro erhoben. Das betrifft vor allem Bestellungen aus Nicht-EU-Ländern.
Pflege-Mindestlohn steigt
Beschäftigte in der Altenpflege erhalten ab dem 1. Juli mehr Geld. Für Pflegehilfskräfte steigt der Mindestlohn von 16,10 Euro auf 16,52 Euro pro Stunde. Die Anhebung soll die Attraktivität des Pflegeberufs langfristig stärken.
Recht auf Reparatur für Elektrogeräte
Ab dem 31. Juli 2026 müssen Hersteller von Elektrogeräten wie Smartphones, Waschmaschinen oder Staubsaugern auch nach Ablauf der zweijährigen Gewährleistung Reparaturen anbieten. Die Kosten tragen die Käufer, die Preise müssen aber „angemessen“ sein. Das neue EU-weite Recht auf Reparatur soll die Lebensdauer von Produkten verlängern.
Wölfe können leichter bejagt werden
Durch eine Änderung im Bundesjagdgesetz können Wölfe ab Juli leichter abgeschossen werden. Die Länder dürfen die Jagd in Regionen erlauben, in denen sich der Wolf in einem günstigen Erhaltungszustand befindet. Hat ein Wolf Weidetiere getötet oder verletzt, darf er unabhängig von Erhaltungszustand und Jagdzeit geschossen werden.
Kennzeichnungspflicht für Duftstoffe in Kosmetika
Ab 31. Juli müssen deutlich mehr allergieauslösende Duftstoffe in Kosmetika gekennzeichnet werden. Für abspülbare Produkte gilt die Pflicht ab 0,01 Prozent, für Produkte, die auf der Haut bleiben, ab 0,001 Prozent.
Weitere Änderungen ab Juli 2026
- Pfändungsfreigrenzen steigen auf 1.587,40 Euro netto pro Monat für Personen ohne Unterhaltspflichten
- Luftverkehrsteuer für Flüge sinkt
- Einweg-E-Zigaretten: Rückgabe an Verkaufsstellen möglich
- Kölner Dom: Eintritt wird erstmals erhoben
- Sommerferien: In Bayern starten sie am 31. Juli