Zum Hauptinhalt springen

Teilen:

Verbraucherzentrale: Nicht alle Preissteigerungen gerechtfertigt

Die Verbraucherzentrale hat den Preisanstieg genau im Blick und identifiziert Faktoren, die zu dieser Entwicklung beitragen. Und nicht alle sind gerechtfertigt.

Einkaufswagen Verbraucherschutz Foto: Minerva Studio/Adobe Stock

Zwischen Dezember 2022 und Dezember 2023 sind die Lebensmittelpreise um 4,6 Prozent gestiegen, wobei der Anstieg seit Sommer 2021 besonders stark ist, so die Verbraucherzentrale. Verschiedene Faktoren wie erhöhte Energiekosten, politische Spannungen, Arbeitskräftemangel und versteckte Preiserhöhungen treiben die Preise hoch. Doch ist das alles wirklich gerechtfertigt?

Warum sind die Lebensmittel so teuer?

Angesichts dieser Situation fordern die Verbraucherzentralen, dass sowohl die Politik als auch das Bundeskartellamt die Preisentwicklung im Handel und bei den Herstellern genauer unter die Lupe nehmen, insbesondere im Hinblick auf versteckte Preissteigerungen. Marktchecks im Jahr 2023 haben aufgezeigt, dass die Preise für gleiche oder vergleichbare Produkte in Supermärkten und Discountern stark variieren können, was die Bedeutung des Preisvergleichs für Verbraucher unterstreicht. Lebensmittel sind seit März 2023 sogar Haupttreiber der Inflation, und ohne die Berücksichtigung von Energie und Nahrungsmitteln hätte die Inflationsrate im Dezember 2023 bei 3,5 Prozent gelegen. Die aktuellen Preissteigerungen werden durch höhere Kosten für Energie, Düngemittel, Futtermittel und Personal verursacht, wobei einige Preiserhöhungen als nicht nachvollziehbar gelten und versteckte Preiserhöhungen durch geringere Füllmengen und veränderte Rezepturen beobachtet wurden.

Wie geht es in Zukunft weiter?

Die Aussichten für die Zukunft deuten darauf hin, dass die Lebensmittelpreise nur geringfügig sinken werden und die niedrigen Preise der Jahre 2000 bis 2019 nicht mehr erreicht werden. Dies bedeutet, dass Verbraucher zukünftig einen höheren Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben müssen. Besonders betroffen sind Menschen mit niedrigem Einkommen oder solche, die auf Grundsicherungsleistungen angewiesen sind, da sie bereits einen höheren Anteil ihres Einkommens für Grundbedürfnisse aufwenden müssen.

Für Menschen mit geringem Einkommen ist die Unterstützung durch die Politik von großer Bedeutung. Die Verbraucherzentralen fordern daher:

  • eine deutliche Anhebung der Regelbedarfe des Bürgergeldes
  • Anpassungen der Berechnungsgrundlage
  • Sonderzahlungen für Bedürftige
  • Beitragsreduzierungen für Gemeinschaftsverpflegung
  • eine Null-Mehrwertsteuer auf Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte

Diese Maßnahmen sollen dazu beitragen, die finanzielle Belastung der Verbraucher zu verringern und eine gesunde Ernährung auch bei hohen Lebensmittelpreisen zu ermöglichen.

So könnt ihr beim Einkauf sparen

Um den Folgen des Preisanstiegs entgegenzuwirken, gibt es verschiedene Tipps für den Einkauf

  • Preisfallen erkennen
  • Kilopreise vergleichen
  • saisonal und regional einkaufen
  • Fleischkonsum reduzieren
  • mit Einkaufsliste planen
  • selbst kochen 
  • Lebensmittelabfälle vermeiden.

Coffee Music

Unplugged und entspannt! Singer-Songwriter, Pop & exklusive Live-Sessions.

Gerade läuft:

Alles auf Aktien

Der tägliche Börsen-Shot aus der WELT-Wirtschaftsredaktion. Die Wirtschafts- und Finanzjournalisten Holger Zschäpitz, Philipp Vetter, Anja Ettel, Daniel Eckert, Laurin Meyer und Nando Sommerfeldt diskutieren im Wechsel über die wichtigsten News an den Märkten und das Finanzthema des Tages. Außerdem gibt es jeden Tag eine Inspiration, die das Leben leichter machen soll. Kurz und knapp geht es um alles, was man aktuell über Aktien, ETFs, Fonds und erfolgreiche Geldanlage wissen sollte. Für erfahrene Anleger und Neueinsteiger.