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ARD-Doku: Was sagen Kebekus und Neubauer über den Papst?

Der Papst bietet US-Präsident Trump die Stirn - ist er das neue Weltgewissen? Eine neue ARD-Doku geht dieser Frage nach. Und lässt zwei prominente Frauen aus Deutschland zu Wort kommen.

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Papst Leo XIV. Alessandra Tarantino/AP/dpa

München/Rom (dpa) - Carolin Kebekus wünscht sich von Papst Leo XIV., dass «wenigstens» die Missbrauchsskandale in der katholischen Kirche konsequent aufgearbeitet werden. Zumindest den Willen solle man zeigen, die Archive öffnen. «Das ist gelebte Nächstenliebe, wir kümmern uns um das, was wir gemacht haben», sagte die Entertainerin in einer neuen ARD-Doku über Papst Leo, der vor rund einem Jahr ins Amt kam. 

Kebekus, die sich in ihren Programmen immer wieder mit dem Thema Kirche und Bibel auseinandersetzt, klingt allerdings nicht sehr hoffnungsfroh: «Ich erwarte eigentlich gar nichts von ihm.»

Sehnsucht nach dem Weltgewissen?

Ein paar Szenen zuvor: ein Papst, der flotten Schrittes auf wartende Medienvertreter zugeht, der klar Position bezieht auf der Weltbühne, der US-Präsident Donald Trump die Stirn bietet. Leo, ein moralischer Kompass in Zeiten der Unsicherheit und des Aufruhrs? Sie habe den Eindruck, die Menschen sehnten sich nach so etwas wie ein Weltgewissen, sagte Klimaaktivistin Luisa Neubauer.

Die Doku von Johannes Winkler, für die der BR verantwortlich zeichnet, ist an diesem Sonntag (3. Mai) um 13.15 Uhr in der ARD zu sehen, in der Mediathek steht sie schon jetzt zur Verfügung. 

Neben Kebekus und Nebauer kommen unter anderem auch der Münchner Kardinal und Papstwähler Reinhard Marx, EU-Spitzenpolitiker Manfred Weber (CSU), und der frühere Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (die Linke) zu Wort. 

Hat er überhaupt Interesse an Reformen?

Deutlich wird: Nach außen gilt Leo als moralische Instanz, die zum Frieden mahnt, zum Umweltschutz. Er nehme sich Zeit zum Nachdenken, er agiere als Brückenbauer, sagt Marx.

Und nach innen? Hat er überhaupt ein Interesse an Reformen oder hofiert er die Konservativen? Die Doku streift dabei auch die aktuelle Debatte um die Segnung von homosexuellen Paaren. 

Kompliziert wird es, wenn rechtsnationalistische Kräfte sich zwar auch auf die Kirche und aufs Christentum berufen, aber den Papst mit seinen Friedensappellen und seinem Werben für Nächstenliebe lästig oder gar störend finden. Es gebe eine neue Tech-Rechte, die bewusst christliche Sprache benutze, aber behaupte, die einzige Rettung biete die Technologie wie KI, sagte der Kirchenhistoriker Massimo Faggioli. Dabei äußert sich Leo XIV. immer wieder kritisch zum Einfluss von KI. 

Wie wär's mit einer Päpstin?

Und jetzt? Es gebe nun mal das Papstamt, sagte Neubauer. Und dann sei es das Mindeste, «dass man sich engagiert als Papst», dass man sich «reinschmeißt». Damit schaffe man Legitimität für dieses eigentlich überholte Amt. Und Kebekus findet: Es bräuchte mal eine Päpstin. Das aber freilich ist nach aktuellem Kirchenrecht schlichtweg unmöglich.

© dpa-infocom, dpa:260501-930-19882/2