Bayernjahr: Neues freiwilliges Gesellschaftsjahr für mehr Engagement und Zusammenhalt in Bayern vorgestellt
Die Fraktionen von CSU und FREIEN WÄHLERN haben das neue Bayernjahr vorgestellt. Es soll Menschen in Bayern motivieren, sich freiwillig gesellschaftlich zu engagieren. Vier Module – Sicherheit, Soziales, Wirtschaft und Umwelt – bieten vielfältige Möglichkeiten. Wie das Konzept funktioniert, lest ihr hier.
Das Bayernjahr ist ein gemeinsames Konzept der CSU und der FREIEN WÄHLER im Bayerischen Landtag. Es gibt Menschen in Bayern die Möglichkeit, sich freiwillig und strukturiert gesellschaftlich zu engagieren. Ziel ist es laut den Fraktionen, den Zusammenhalt im Freistaat zu stärken und neue Wege für Engagement und Integration zu schaffen.
Vier Module für mehr Engagement
Das Bayernjahr umfasst die Bereiche Sicherheit, Soziales, Wirtschaft und Unternehmertum sowie Umwelt. Teilnehmer können sich in einem oder mehreren dieser Module engagieren und so verschiedene gesellschaftliche Bereiche kennenlernen.
Anbindung an bestehende Freiwilligendienste
Das Bayernjahr baut auf bestehenden Formaten wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ), dem Freiwilligen Ökologischen Jahr (FÖJ), dem Bundesfreiwilligendienst (BFD) und dem Freiwilligen Wehrdienst auf. Es vernetzt diese Angebote, ohne neue Verwaltungsstrukturen zu schaffen.
Zertifikat und Anreize für Teilnehmer
Am Ende des Bayernjahres erhalten die Teilnehmer ein Zertifikat, das ihr Engagement dokumentiert und gesellschaftlich anerkennt. Ein freiwilliges Anreizsystem – zum Beispiel Vorteile bei der Studienplatzvergabe, Unterstützung bei Führerscheinkosten, vergünstigte Bahntickets oder Kulturgutscheine – soll zusätzlich motivieren.
Digitales Portal für einfache Anmeldung
Ein zentrales, digitales Anmelde- und Informationsportal soll den Einstieg erleichtern und bietet einen schnellen Überblick über alle Möglichkeiten und Angebote.
Integration und gesellschaftlicher Zusammenhalt
Das Bayernjahr richtet sich an Menschen aller Altersgruppen und soll auch einen Beitrag zur Integration von Zugewanderten leisten. Besonders junge Menschen nach dem Schulabschluss können neue Berufsfelder entdecken und wertvolle Erfahrungen sammeln.
Stimmen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft
Klaus Holetschek, Vorsitzender der CSU-Fraktion im Bayerischen Landtag, betont: „Gerade in Zeiten äußerer Bedrohung gilt: Freiheit ist kein Selbstläufer. Sie braucht Einsatz und Engagement jedes Einzelnen. Wer seine Heimat mitgestaltet, stiftet Identität und trägt Verantwortung – davon lebt unser Freistaat. Ein Bayernjahr ist gleichzeitig auch eine Orientierungszeit für junge Menschen nach dem Schulabschluss."
Bernhard Pohl, Erster stellvertretender Vorsitzender der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, erklärt: „Vor 13 Jahren bereits haben die FREIEN WÄHLER ein verpflichtendes Gesellschaftsjahr für Männer und Frauen mit Wahlrecht zwischen einem Dienst bei der Bundeswehr, Blaulichtorganisationen oder im sozialen oder gesundheitlichen Bereich gefordert. Dieses Ziel steht nach wie vor ganz oben auf unserer Agenda. Ein wichtiger Impuls hierfür soll nun das Bayernjahr sein. Es ist zwar nicht verpflichtend, sondern freiwillig, soll aber als Best-Practice-Beispiel unserer notwendigen politischen Diskussion zusätzliche Impulse verleihen.“
Johann Eitzenberger, Vorsitzender des Landesfeuerwehrverbands Bayern, sagt: „Die Feuerwehren in Bayern sind das Rückgrat unserer Sicherheitsarchitektur – und das funktioniert nur, weil sich rund 960.000 Menschen ehrenamtlich engagieren. Das Sicherheitsmodul im Bayernjahr gibt jungen Menschen die Möglichkeit, dieses Engagement kennenzulernen und selbst Teil davon zu werden.“
Andreas Magg, Landes-Caritasdirektor in Bayern, hebt hervor: „Soziales Engagement braucht Menschen, die motiviert helfen wollen und auch wissen, wie es geht. Das Sozialmodul im Bayernjahr bietet genau diese Erfahrung: nah an Menschen, nah an der Wirklichkeit.“
Bertram Brossardt, Hauptgeschäftsführer vbw – Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft, betont: „Wir begrüßen, dass das Bayernjahr neben den Modulen Sicherheit, Soziales und Umwelt auch ein Wirtschaftsmodul vorsieht. Das Konzept setzt auf Freiwilligkeit und verdrängt keine Pflichtpraktika. Unternehmen können ohne großen zusätzlichen bürokratischen Aufwand Praktikumsplätze im Rahmen des Bayernjahrs anbieten. Das Bayernjahr insgesamt ist zudem ein starkes Signal an den Bund: Wir benötigen dringend die Einführung eines verpflichtenden Gesellschaftsjahres für Männer und Frauen – gerne mit dem verpflichtenden Wehrdienst als zentraler Komponente.“