Europacup-Traum lebt: Augsburg schlägt schwache Gladbacher
Augsburg darf weiter vom Einzug in die Conference League träumen. Das Team von Coach Baum schlägt Gladbach deutlich und bekommt nun ein Fernduell um Europa am letzten Spieltag.
Augsburg (dpa/lby) - Die Augsburger Fußballer um Doppelpacker Michael Gregoritsch ließen sich von den Fans vor der Kurve lange feiern. Coach Manuel Baum hatte sich genau so eine kleine Party schon die ganze Woche vor dem inneren Auge ausgemalt. «Super, dass wir das Bild zum Leben erweckt haben», sagte der Trainer nach dem souveränen 3:1 (2:0) seines FCA gegen ganz schwache Borussen aus Mönchengladbach. «Ich glaube, jeder geht heute mit einem Lachen nach Hause, genauso wie wir», meinte Baum.
Durch den Erfolg hat Augsburg nicht nur einen perfekten Heimabschluss dieser Saison in der Bundesliga hingelegt, sondern auch die Chance auf einen Europapokalplatz gewahrt. Gregoritsch mit zwei Abstauber-Treffern in der 24. und 72. Minute sowie der früh eingewechselten Robin Fellhauer (42.) waren die Matchwinner vor 30.660 Zuschauern in der ausverkaufen WWK Arena. Gladbachs Ehrentreffer in der Nachspielzeit markierte Giovanni Reyna.
Augsburg zog in der Tabelle nach Punkten mit der achtplatzierten Eintracht aus Frankfurt gleich. Die erst am Sonntag in Hamburg geforderten Freiburger auf Rang sieben sind zwischenzeitlich auch nur noch einen Zähler entfernt. Dieser Platz berechtigt zur Teilnahme an den Conference-League-Playoffs. Am letzten Spieltag könnte Augsburg also ein Fernduell um den möglichen Einzug in den Europapokal bekommen, sofern Freiburg nicht in Hamburg gewinnt. «Jetzt so langsam können wir schon ein bisschen hoffen», meinte Fellhauer, «weil wir unsere Hausaufgaben machen.»
Augsburg stellt früh die Weichen auf Sieg
Das konnten die Mönchengladbacher nicht von sich behaupten. Nachdem die Borussia am vorigen Wochenende durch einen überraschenden Erfolg über Dortmund den Klassenerhalt vorzeitig perfekt gemacht hatte, schien die Luft beim Team von Eugen Polanski raus zu sein. Allein vor der Pause hätten sich die zaghaften Gäste noch mehr als die zwei Tore der Augsburger fangen können.
Nach einer schönen FCA-Kombination mit Fabian Rieder scheiterte Fellhauer zwar noch an Keeper Moritz Nicolas. Den Abstauber aber drückte Gregoritsch über die Linie. Der Winter-Neuzugang aus Österreich markierte sein fünftes Saisontor. Fast wäre schon kurz danach Nummer sechs dazugekommen, sein Treffer zum vermeintlichen 2:0 aber wurde wegen Abseits wieder aberkannt.
Bleibt Baum als Trainer beim FCA?
Kurz vor der Pause gab es am Tor von Fellhauer dann aber nichts auszusetzen: Der schon in der Anfangsphase für den angeschlagenen Dimitrios Giannoulis in die Partie gekommene Flügelspieler wurde vom starken Mert Kömür perfekt freigespielt und schlenzte den Ball allein vor Nicolas in die lange Ecke.
Vor allem über die linke Flanke - also die rechte Abwehrseite der Gladbacher - waren die Fuggerstädter immer wieder gefährlich. Kömür (32.) und Gregoritsch (35.) jeweils aus spitzem Winkel sowie erneut Kömür per Kopfball (45.+2) aber konnten die Überlegenheit der Hausherren nicht zu weiteren Treffern nutzen. Trainer Baum konnte zufrieden sein. Ob der Erfolgscoach auch nächste Saison an der Seitenlinie zu sehen sein wird, ist dagegen weiter unklar.
Gregoritsch und Kömür überragen
Nach dem Seitenwechsel wagte sich Gladbach zwar etwas mehr nach vorne, Zählbares aber sprang dabei lange nicht heraus. Für die Entscheidung sorgte dann erneut Gregoritsch: Nach einem Weitschuss von Kömür stand der Routinier richtig und schob den Ball nach der Parade von Nicolas ins Tor.
Vor Anpfiff hatten die Augsburger Elvis Rexhbecaj und Ersatztorhüter Daniel Klein sowie Torwartcoach Marco Langner und den langjährigen Geschäftsführer Stefan Reuter offiziell verabschiedet. Reuter war zuletzt zwei Jahre als Berater aktiv, davor hatte er ein Jahrzehnt die Geschicke des FCA mitbestimmt. Vereinspräsident Markus Krapf sagte: «Du bist über die Grenzen von Augsburg eines der Gesichter des FC Augsburg und wirst es immer bleiben.»