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Germanisches Nationalmuseum Nürnberg zeigt Sonderschau: Wie die Stars des 19. Jahrhunderts verehrt wurden

Starkult ist kein Phänomen der Neuzeit: Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg beleuchtet in einer neuen Ausstellung, wie Idole und Genies das 19. Jahrhundert prägten. Von begeisterten Fannytisten bis zu gefeierten Bühnenstars – wie Fans damals ihre Stars verehrten, erfahrt ihr hier. Mehr dazu im Artikel.

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Ausschnitt Ausstellung zu Idolen und Starkult im 19. Jahrhundert Foto: Germanisches Nationalmuseum Nürnberg

Starkult und Idole im 19. Jahrhundert: Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg

Starkult
und die Verehrung von Idolen sind keine Erfindung der Gegenwart. Das zeigt aktuell eine Ausstellung im Germanischen Nationalmuseum Nürnberg. Im Mittelpunkt stehen die großen Stars und Genies des 19. Jahrhunderts – und wie sie schon damals für Begeisterung sorgten.

Fannytisten: Die ersten Fan-Gemeinschaften

Schon im 19. Jahrhundert gab es begeisterte Anhänger, die ihre Idole verehrten. Ein Beispiel sind die sogenannten Fannytisten. Sie schwärmten für die berühmte Ballerina Fanny Elßler. Es gab Gemälde, Zinnfiguren oder auch Brillenetuis mit dem Bild der Tänzerin – ganz ähnlich wie Fanartikel heute. 

Stars auf Alltagsgegenständen

Auch ohne Band-T-Shirts wollten die Menschen damals Alltagsgegenstände mit ihren Idolen besitzen. So gab es zum Beispiel eine Pfeife mit dem Bild des Komponisten und damaligen Star-Pianisten Franz Liszt. Der Kopf des Dichtergenies Friedrich Schiller zierte Tabakdosen. Solche Objekte zeigen, wie tief die Verehrung für berühmte Persönlichkeiten im Alltag verankert war.

Inszenierung und Starkult: Promis als Trendsetter

Obwohl es noch kein Instagram gab, verstanden es die Stars, sich selbst zu inszenieren. Der Geiger Niccolò Paganini nutzte sein „Bad Boy“-Image und sorgte bei Konzerten für echte Tumulte. Die Ausstellung zeigt, wie sich Persönlichkeiten damals schon als Trendsetter und Vorbilder präsentierten.

Genies, Visionäre und Bühnenstars: Sehnsucht nach Vorbildern

Die Zeit vom Ende des 18. Jahrhunderts bis etwa 1910 war geprägt von politischen und gesellschaftlichen Umbrüchen. Viele Menschen suchten nach außergewöhnlichen Persönlichkeiten, die als Vorbilder oder sogar als „Retter“ galten. Die Ausstellung beleuchtet verschiedene Typen von Genies und Idolen – von Dichtern über Wissenschaftler bis zu Bühnenstars – und zeigt, wie eng Starkult und religiöse Verehrung damals verbunden waren.

Die Sonderschau im Germanischen Nationalmuseum geht bis 6. September 2026.