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Heidi Reichinnek: „Da kann Söder noch etwas von mir lernen!“

Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken, nimmt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ins Visier. Im ANTENNE BAYERN-Interview kritisiert sie seine Social Media-Auftritte und seine Forderung nach mehr Arbeitszeit. Welche konkreten Punkte sie anspricht, lest ihr hier.

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Heidi Reichinnek Michael Kappeler/dpa

Heidi Reichinnek, Fraktionschefin der Linken im Bundestag, hat im Interview mit ANTENNE BAYERN deutliche Kritik an Markus Söder und dessen Social Media-Präsenz geäußert. Sie fordert mehr inhaltliche Tiefe und einen stärkeren Fokus auf die Sorgen der Menschen in Bayern.

Social Media: Reichweite und Inhalte im Fokus

Reichinnek und Söder zählen zu den Politikern mit der größten Reichweite in den sozialen Medien. Reichinnek sieht Söders Auftritte kritisch: „Ich mache inhaltlich qualitativ hochwertige Videos – und Markus Söder isst. Das mag jedem selbst überlassen sein, aber ich persönlich finde, es wäre schon ganz schön, wenn man vielleicht auch mal auf die Sorgen und Nöte der Menschen eingehen würde, vielleicht auch mal konkrete Punkte benennt, was man verbessern will. Und da kann er auf jeden Fall noch ein bisschen was von mir lernen.“

Arbeitszeit-Debatte: Kritik an Söders Vorschlag

Söders Vorschlag, alle sollten eine Stunde pro Woche mehr arbeiten, stößt bei Reichinnek auf Ablehnung. Sie betont, dass in Deutschland bereits hunderte Millionen Überstunden geleistet werden, von denen viele nicht bezahlt werden. Besonders betroffen seien Menschen, die in Teilzeit arbeiten, um Kinder zu betreuen oder Angehörige zu pflegen. Reichinnek sieht in Söders Vorschlag eine Ablenkungsdebatte, die den Menschen das Gefühl vermittelt, sie würden nicht genug leisten.

Steuerpolitik: Ablehnung der Abschaffung der Erbschaftssteuer

Sie haben hier in Bayern aber auch wirklich den Höllen-Hattrick aus dem rechten Flügel der CSU, den Freien Wählern und der AfD.

Heidi Reichinnek

Auch die Forderungen aus der CSU und den Freien Wählern, die Erbschaftssteuer abzuschaffen, lehnt Reichinnek ab. Sie spricht von einem „Höllen-Hattrick“ aus dem rechten Flügel der CSU, Freien Wählern und AfD, die vor allem die Interessen der Wohlhabenden vertreten würden. Reichinnek fordert stattdessen eine echte Einkommensteuerreform, einen Mietendeckel und ein 9-Euro-Ticket als Entlastung für die Menschen, die das Land am Laufen halten.