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Hitzeschäden stoppen Nürnberger Straßenbahnen vorerst

Tagelange Hitze hat die Füllmasse Bitumen auf den Straßen so weich gemacht, dass Gleise und Bahnen beschädigt werden. Die Folgen bekommen Fahrgäste wohl noch länger zu spüren.

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Straßenbahnbetrieb in Nürnberg eingestellt Irena Güttel/dpa

Nürnberg (dpa/lby) - Wegen Hitzeschäden an Schienen und Bahnen fahren vorerst weiter keine Straßenbahnen in Nürnberg. Wie lange die Beseitigung der Schäden dauern werde, sei noch unklar, sagte eine Sprecherin der Nürnberger Verkehrsbetriebe VAG auf Nachfrage. Man habe «viel Personal zusammengezogen», aber es müssten zahlreiche Bahnen und Schienen gereinigt werden. «Das sind sehr aufwendige Arbeiten. Wir schaffen zwei Fahrzeuge pro Tag.»

Solange keine Straßenbahnen fahren können, sollen auf den Außenästen der Strecken Taxis und Busse die Fahrgäste zu U-Bahnstationen bringen, damit sie dort weiter in die Innenstadt gelangen. Allerdings müssen die Autos und Busse am Straßenrand statt an den Haltestellen halten - denn dort liegt teils noch die Ursache für das Problem der Straßenbahnen.

«Wie Kaugummi» - Schienennetz muss komplett geprüft werden

Verursacht wurden die Schäden nämlich durch die Füllmasse Bitumen, die an den in den Straßen liegenden Schienen angebracht ist. Die hat sich laut VAG wegen der tagelangen extremen Hitze gelöst und dadurch Gleise und Bahnen beschädigt. Jetzt müssen die Schienen, Räder und Fahrwerke aufwendig gereinigt werden. «Diese Masse ist wie Kaugummi», sagte die VAG-Sprecherin. Die groben Verunreinigungen im Netz seien schon entfernt, jetzt fehle noch die «Endbearbeitung».

«Die Entscheidung, den Straßenbahnbetrieb vorübergehend einzustellen, ist uns alles andere als leichtgefallen», sagte VAG-Vorstandssprecher Tim Dahlmann-Resing. «Aber die Sicherheit unserer Fahrgäste und Mitarbeitenden steht für uns jederzeit an erster Stelle.»

Verkehrsbetriebe rechnen mit sechsstelligen Kosten

Dahlmann-Resing betonte, die Situation sei außergewöhnlich - zeige aber konkrete Folgen des Klimawandels. Die Verkehrsbetriebe und die Hersteller müssten sich darauf einstellen. Dazu bräuchten die Verkehrsunternehmen aber Hilfe von Bund und Land, «damit wir diesen Wandel vollziehen können». Er schätzte die Kosten für die VAG wegen der Schäden der vergangenen Tage auf mehrere Hunderttausend Euro.

© dpa-infocom, dpa:260629-930-305270/2