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Hochwasserschutz: Landkreis Günzburg setzt auf KI und flächendeckendes Pegelnetz

Der Landkreis Günzburg geht beim Hochwasserschutz neue Wege: Mit künstlicher Intelligenz und einem flächendeckenden Pegelnetz werden Echtzeitdaten geliefert, die Einsatzkräfte und Kommunen unterstützen. Wie die digitalen Lösungen funktionieren und welche Vorteile sie bringen, lest ihr hier.

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Hochwasser in Oberfranken Daniel Vogl/dpa

Der Landkreis Günzburg setzt auf künstliche Intelligenz und ein flächendeckendes Pegelnetz, um den Hochwasser- und Katastrophenschutz in Bayern zu verbessern. Digitale Anwendungen liefern künftig Echtzeitdaten und unterstützen Einsatzkräfte sowie Kommunen im Ernstfall.

Digitale Lösungen für den Katastrophenschutz

Im Rahmen des Förderprogramms BIPA (Bavarian-Israel Partnership Accelerator) wurden innovative Tools entwickelt. Rund 30 Studierende und Wissenschaftler arbeiteten mehrere Monate an KI-gestützten Lösungen, die speziell auf die Anforderungen im Landkreis Günzburg zugeschnitten sind.

Flächendeckendes Pegelnetz für Echtzeitdaten

Entlang der Gewässer Mindel, Kammel, Günz und Zusam sowie deren Zu- und Nebenflüssen entsteht ein Pegelnetz, das kontinuierlich die Wasserstände erfasst. Die Daten werden direkt in ein öffentliches Dashboard eingespeist. So können kritische Bereiche frühzeitig erkannt und Schutzmaßnahmen gezielt eingeleitet werden.

Sandsackrechner und Geländemodelle

Ein neuer Sandsackrechner ermittelt, wie viele Sandsäcke, Einsatzkräfte und Transportkapazitäten im Ernstfall benötigt werden. Das System nutzt digitale Geländemodelle und ermöglicht eine schnelle Planung – ein großer Fortschritt gegenüber bisherigen Methoden.

Retentionsflächenscanner für Rückhalteflächen

Mit einem KI-gestützten Retentionsflächenscanner werden hochauflösende Geländedaten analysiert, um potenzielle Rückhalteflächen zu identifizieren. Kommunen können gezielter planen, wo Schutzmaßnahmen den größten Nutzen bringen. Veränderungen im Gelände lassen sich simulieren und deren Auswirkungen auf den Wasserabfluss abschätzen.

Digitales Evakuierungs- und Lagebildtool

Ein weiteres Tool modelliert auf einer interaktiven Karte die Ausbreitung von Hochwasser. Es erkennt automatisch betroffene Gebäude, die Zahl der dort lebenden Menschen und kritische Infrastruktur wie Pflegeheime oder Schulen. Einsatzleitungen erhalten sofort ein digitales Lagebild und können Evakuierungen schneller organisieren.