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Hymnenpflicht an Bayerns Schulen: Kultusministerin Anna Stolz kündigt Festival der Ideen und mehr Unterrichtsmaterialien für ein stärkeres Wir-Gefühl an

Ab dem nächsten Schuljahr gilt an den Schulen in Bayern die Hymnenpflicht: Bei Abschlussfeiern müssen künftig die Bayernhymne sowie die deutsche oder europäische Hymne gespielt werden. Was Kultusministerin Anna Stolz dazu sagt und wie die Umsetzung im Unterricht aussehen soll, erfahrt ihr hier.

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Hymnenpflicht an Schulen kommt zum nächsten Schuljahr Peter Kneffel/dpa

Ab dem neuen Schuljahr wird die Hymnenpflicht an allen Schulen in Bayern eingeführt. Damit sollen die Bayernhymne sowie die deutsche oder europäische Hymne bei Abschlussfeiern verpflichtend gespielt werden. Ziel ist es, den Zusammenhalt und das Wir-Gefühl unter den Schülerinnen und Schülern zu stärken.

Das ist eine große Chance für ein noch stärkeres Miteinander!

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz

Hymnen spielen größere Rolle im Unterricht

Bayerns Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) hat die Hymnenpflicht an bayerischen Schulen präzisiert. Gegenüber  ANTENNE BAYERN sagte sie: „Wir alle kennen doch auch diesen Gänsehautmoment, wenn beim Fußballländerspiel die Hymne gespielt wird. Deswegen machen wir die Hymnen für unsere jungen Leute in der Schule jetzt noch ein Stück weit präsenter, z. B. in der Verfassungsviertelstunde, und unterstützen hier durch zusätzliche Materialien für den Unterricht. Bei einem Festival der Ideen werden wir die besten Darbietungs- und Umsetzungsideen prämieren.“ Stolz sieht darin „eine große Chance für ein noch stärkeres Miteinander“.

Einführung zum neuen Schuljahr

Ministerpräsident Söder hatte sich ursprünglich gewünscht, dass die Hymnenpflicht schon in diesem Schuljahr greift. Die Einführung zum nächsten Jahr erklärt eine Ministeriumssprecherin damit, dass die Hymnen auch wirklich Teil des Schullebens werden sollen. Darum würden den Schulen zum neuen Jahr Materialien, Anregungen und Unterrichtsideen zur Verfügung gestellt. „Außerdem möchten wir den Schulen auch genügend Zeit zur Umsetzung geben und vor allem die Schülerinnen und Schüler inhaltlich gut darauf vorbereiten – einige Schularten befinden sich aktuell bereits in den Vorbereitungen auf die Abschlussfeierlichkeiten für dieses Jahr“, so die Sprecherin.

Gemeinsame Werte und Zusammenhalt im Fokus

Ministerin Stolz hatte sich zuvor ausführlich mit den Schulen und Verbänden zu dem Thema beraten. „Im engen Austausch mit der Schulfamilie haben wir gemeinsam ein Konzept entwickelt, bei dem im Vordergrund steht, dass sich die jungen Leute mit den Werten unserer Gesellschaft verbunden fühlen und Zusammenhalt erleben können. Dabei geht es um Respekt, Solidarität und ein positives Wir-Gefühl. In den Dialogrunden wurde deutlich, dass das Spielen der Hymne bei offiziellen Veranstaltungen wie Abschlussfeiern immer als sehr bereichernd wahrgenommen wird“, so Stolz.

Der Vorstoß hatte aber auch für Kritik gesorgt: Beim Starkbieranstich auf dem Münchner Nockherberg lästerte der Kabarettist Stephan Zinner über die Hymnenpflicht, man solle doch bitte nicht "so einen plakativen Schmarrn" verlangen.