Mehr Geld in der Tasche für Bayerns Arbeitnehmer
Der bayerischen Wirtschaft geht es vergleichsweise schlecht, doch die Arbeitnehmer stehen finanziell besser da als vor einem Jahr - dank niedriger Inflation und kräftiger Lohnerhöhungen.
Fürth (dpa/lby) - Bayerns Arbeitnehmer haben sich im vergangenen Jahr trotz mehrjähriger Wirtschaftskrise finanziell verbessert: Die inflationsbereinigten Reallöhne sind um zwei Prozent gestiegen, wie das Statistische Landesamt in Fürth mitteilte. Zurückzuführen ist das auf kräftige Lohnerhöhungen einerseits und eine vergleichsweise niedrige Inflationsrate andererseits. Die Reallöhne sind nach den coronabedingten Einbußen des Jahres 2022 damit im dritten Jahr in Folge gestiegen.
Die durchschnittliche Lohnerhöhung in Bayern belief sich nominal - also ohne Berücksichtigung der Inflation - auf 4,2 Prozent. Die Inflationsrate lag 2025 jedoch bei lediglich 2,1 Prozent, so dass den Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern im Freistaat am Ende im Saldo ein reales Plus blieb. 2024 waren die Reallöhne noch kräftiger um 2,7 Prozent gestiegen, 2023 um 0,4 Prozent.
Inflation lässt weiter nach
Das Landesamt veröffentlichte gleichzeitig die neuesten Inflationsdaten. Im Februar ist die allgemeine Teuerungsrate demnach im zwölf-Monats-Vergleich auf 1,9 Prozent gesunken. Zu verdanken ist das hauptsächlich gesunkenen Energiepreisen: Strom, Gas, Heizöl und Benzin sind derzeit zum Teil erheblich günstiger als vor einem Jahr.
Die sogenannte Kerninflation - bei der die schwankungsanfälligen Energiepreise nicht mitgerechnet sind - liegt in diesem Monat jedoch weiter bei 2,6 Prozent. So sind die Mieten laut Landesamt um 2,5 Prozent gestiegen, Nebenkosten sind dabei nicht mitgerechnet.
Lebensmittel teils billiger, teils teurer
Bei Lebensmitteln ist das Bild sehr uneinheitlich: Milchprodukte und Speiseöl sind erheblich billiger als vor einem Jahr, teurer sind dafür unter anderem Fleisch (+4,8 Prozent), Kaffee (+15,5) sowie Brot und Semmeln (+3,1 Prozent). Im Schnitt sind die Lebensmittelpreise vergleichsweise moderat um ein Prozent gestiegen.
Entspannung bei Energiepreisen
Energie ist im Vergleich zum Februar 2025 durchschnittlich 2,9 Prozent günstiger, auch dabei ist das Bild jedoch gemischt. Strom (-6,0 Prozent) und Erdgas (-3,8 Prozent) sind erheblich billiger geworden, ebenso Heizöl (-5,3 Prozent). Benzin und Diesel sind mit einem Preisrückgang um 1,1 Prozent etwas günstiger als vor einem Jahr. Brennholz, Holzpellets und andere feste Brennstoffe sind dagegen deutlich teurer geworden (+15,3 Prozent).