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Ministerin: Pflegende Angehörige sollen entlastet werden

In tausenden Familien werden Pflegebedürftige von Angehörigen betreut. Ihnen stehen verschiedene Hilfsangebote zur Verfügung.

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Pflege Daniel Reinhardt/dpa

München (dpa/lby) - Bayerns Gesundheitsministerin Judith Gerlach will pflegende Angehörige weiter entlasten. «Viele Menschen möchten trotz Pflegebedürftigkeit in ihrer vertrauten Umgebung bleiben. Dieser Wunsch kann oft durch das Engagement von Angehörigen erfüllt werden», sagte Gerlach anlässlich des Tages der pflegenden Angehörigen (8. September). Die Belastung sei jedoch häufig groß - weshalb es in Bayern vielfältige Unterstützungsangebote gebe.

In Bayern werden nach Ministeriumsangaben rund 83 Prozent der rund 630.000 Pflegebedürftigen zu Hause betreut. Um pflegende Angehörige zu entlasten, gibt es zum Beispiel das Förderprogramm «Pflege im sozialen Nahraum» für den Ausbau von Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätzen. Seit Beginn des Programms im Jahr 2020 wurden in Bayern 10.471 Pflegeplätze - darunter Kurzzeit-, Tages- und Nachtpflegeplätze - mit einer Summe von 486,6 Millionen Euro gefördert.

59 Pflegestützpunkte in Bayern

Pflegende Angehörige sollen bei Fragen und Sorgen nicht alleingelassen werden, so die Ministerin. Deshalb würden unter anderem Pflegestützpunkte gefördert. Bayernweit gebe es mittlerweile 59 solcher Anlaufstellen, in denen Interessierte kostenlos Informationen rund um die Pflege bekommen. Es gibt auch spezielle Hilfen zum Thema Demenz sowie zur Stärkung der häuslichen Pflege und zur Entlastung der pflegenden Angehörigen rund 3.860 anerkannte Angebote.

Mit Blick auf die aktuellen Reformvorhaben des Bundes unterstrich Gerlach: «Ein positiver Ansatz ist beispielsweise das Vorhaben, Pflegebedürftige und ihre Angehörige durch eine stärkere fachliche Begleitung zu unterstützen.» Auch sei es wichtig, für unvorhergesehene Situationen bessere Überbrückungsmöglichkeiten zu schaffen.

«Gut ist zudem, dass der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann auf die bislang vorgesehenen Einsparungen bei den Rentenansprüchen für pflegende Angehörige verzichten will», sagte Gerlach. Bayern habe sich intensiv für die Korrektur an den Reformplänen der Bundesregierung eingesetzt.

© dpa-infocom, dpa:260906-930-639805/1