Nagelsmann widerspricht Hoeneß: «Bin ganz selten beleidigt»
Bayern-Patron Hoeneß hat Bundestrainer Nagelsmann zuletzt mehrfach in Interviews kritisiert. Der DFB-Chefcoach reagiert kurz vor der WM gelassen - aber einen Vorwurf kontert er sehr deutlich.
Mainz (dpa) - Julian Nagelsmann hat sehr nachsichtig auf die jüngste scharfe Kritik von Bayern Münchens Ehrenpräsident Uli Hoeneß an seiner Tätigkeit als Bundestrainer reagiert. «Uli darf immer etwas zu mir sagen. Ich habe großen Respekt vor seinem Lebenswerk», sagte der 38-Jährige im ZDF-«Sportstudio».
Hoeneß habe seine Handynummer und könne ihn kontaktieren. «Ich freue mich immer, wenn er ganz zwingend etwas hat. Wenn er Verbesserungspotenzial bei mir, beim Team, bei der Mannschaft sieht, darf er mich immer gerne anrufen», sagte der Bundestrainer.
Den Vorwurf von Hoeneß (74), er sei nach einem Gespräch «leicht beleidigt» gewesen, wies Nagelsmann aber sehr klar zurück. «Ich bin wirklich ganz, ganz selten beleidigt - wirklich. Ich versuche immer, Meinungen zu reflektieren», versicherte Nagelsmann.
Hoeneß hatte dem Nationalcoach kurz vor der anstehenden Weltmeisterschaft in mehreren Interviews unter anderem vorgehalten, dass er bei dem früheren Bayern-Coach «die Bereitschaft» vermisse, zuzuhören und etwas anzunehmen.
«Ich schätze Uli extrem»
Hoeneß attackierte Nagelsmann auch, indem er sagte: «Wenn es Deutschland gelingt, eine Mannschaft zu werden, obwohl der Trainer es nicht geschafft hat, zweimal hintereinander mit derselben Elf zu spielen – dann haben wir eine Chance.» Faktisch stimmt dieser Vorwurf jedoch nicht, weil Nagelsmann seit der Heim-EM 2024 immer wieder zahlreiche verletzte Spieler fehlten.
«Ich schätze Uli extrem», reagierte Nagelsmann milde bei seinem Auftritt im ZDF. «Er hat unglaubliche Erfolge. Er hat einen großen Anteil daran, dass Bayern München dieser Club ist, der er ist, auch in Europa mit dem Ansehen.»