Passau: Stadtrat entscheidet sich für Neubau der Hängebrücke
Der Stadtrat in Passau hat eine wichtige Entscheidung für die Zukunft der Hängebrücke getroffen: Die Verbindung zwischen Altstadt und nördlichem Donauufer wird durch einen Neubau ersetzt. Was das für den Verkehr, die Bauzeit und das Stadtbild bedeutet, lest ihr hier.
Der Stadtrat in Passau hat sich für den Neubau der Hängebrücke entschieden. Die Brücke ist die wichtigste Verbindung zwischen der Altstadt und dem nördlichen Donauufer und spielt eine zentrale Rolle für den Fuß- und Radverkehr sowie für die Anbindung an den Geh- und Fahrradtunnel.
Warum ein Neubau notwendig ist
Eine Machbarkeitsstudie hat gezeigt, dass der langfristige Erhalt der bestehenden Brücke sehr aufwendig wäre. Die Haupttragseile und Verankerungen sind schwer zugänglich und durch Feuchtigkeit und Korrosion beschädigt. Auch verschiedene Verbindungen und Knotenpunkte weisen Schäden auf. Eine umfassende Sanierung würde hohe Kosten verursachen und ist technisch schwierig.
Bedeutung der Brücke für Passau
Da die nächste Querungsmöglichkeit, die Schanzlbrücke, rund 1,2 Kilometer entfernt liegt, ist eine Donauquerung an dieser Stelle besonders für Fußgänger und Radfahrer unverzichtbar. Während der Bauzeit wird deshalb eine provisorische Brücke westlich der bestehenden Hängebrücke errichtet. Diese Behelfsbrücke kostet etwa 5 Millionen Euro und ist in den Gesamtkosten bereits enthalten.
Die neue Brücke: Moderne Lösung mit Blick auf das Stadtbild
Für den Ersatzneubau werden vier Varianten geprüft. Am 7. Dezember entscheidet der Stadtrat in einer Sondersitzung über die genaue Ausführung des Neubaus. Ziel ist es, die Verbindung für alle Verkehrsteilnehmer langfristig zu sichern und das Stadtbild von Passau zu erhalten.
Variante 2
Variante 3
Kosten und Förderung
Die geplanten Gesamtkosten für die empfohlene Neubauvariante liegen bei rund 36,2 Millionen Euro. Darin enthalten sind der Neubau, der Abriss der alten Brücke, die provisorische Querung, Leitungsverlegungen, Anpassungen der Verkehrsflächen und prognostizierte Baupreissteigerungen. Eine Förderung durch den Freistaat Bayern ist möglich.
Hintergrund: Zustand und Geschichte der Hängebrücke
Die Hängebrücke wurde 1948 errichtet und 1972 auf der Nordseite verkürzt. 2017/2018 wurde sie zuletzt saniert, wobei der Korrosionsschutz und die Fahrbahnplatte erneuert wurden. Die Haupttragseile wurden damals nicht ausgetauscht. Aufgrund des Alters und äußerlicher Schäden ist eine dauerhafte Nutzung unter den bisherigen Bedingungen nicht mehr gewährleistet. Aktuell ist die Brücke für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen und Kleinbusse bis 5,5 Tonnen freigegeben. Rettungsfahrzeuge dürfen sie in Einzelfahrt nutzen.