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Prüfungsreform an bayerischen Schulen: So reagieren Lehrerverbände und Politik auf die neuen Prüfungsformate und weniger Schulaufgaben

Bayerns neue Prüfungsformate wie Debatten, Erklärvideos und Podcasts stoßen auf geteiltes Echo: Während einige Lehrerverbände und die Politik die Reform begrüßen, gibt es auch Kritik – vor allem am Festhalten an unangekündigten Exen. Alle Stimmen und Hintergründe findet ihr hier.

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Prüfung in einer Schule Armin Weigel/dpa

Bayern modernisiert die Prüfungen an seinen Schulen. Ab dem neuen Schuljahr können Lehrkräfte je nach Schulart neue Formate wie Debatten, Erklärvideos oder Podcasts als Leistungsnachweis bewerten. Auch der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) wird stärker integriert. Die Zahl der verpflichtenden schriftlichen Schulaufgaben wird in einigen Fächern reduziert. Die Reaktionen auf die Reform sind vielfältig.

Lehrerverbände begrüßen die Reform – fordern aber weitere Schritte

Der Bayerische Philologenverband (bpv) sieht die Änderungen als wichtigen ersten Schritt, um die Prüfungskultur an die Anforderungen einer digitalisierten Welt anzupassen. Vorsitzender Michael Schwägerl betont, dass die Reform der Ausgangspunkt für eine langfristige Entwicklung sei. Er fordert, den Dialogprozess im kommenden Schuljahr fortzusetzen und die neuen Prüfungsformen kontinuierlich zu überprüfen. Besonders wichtig sei es, Lehrkräfte zu entlasten und ihnen mehr pädagogischen Gestaltungsspielraum zu geben.

Auch der Bayerische Realschullehrerverband (brlv) begrüßt die Öffnung für zusätzliche Prüfungsformate und die Schaffung von Gestaltungsspielräumen. Die Realschulen hätten bereits bewiesen, dass sie innovative Formen der Leistungserhebung verantwortungsvoll einsetzen können. Gleichzeitig warnt der Verband davor, das Anforderungsniveau zu senken und fordert weitere Entlastungsmaßnahmen für Lehrkräfte.

BLLV: Lebensweltbezug und Mitbestimmung gefordert

Die Präsidentin des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV), Simone Fleischmann, lobt die Weiterentwicklung der Prüfungskultur und hebt den Lebensweltbezug hervor. Sie fordert, dass Lern- und Leistungskultur zusammenpassen müssen und Lehrkräfte bei der Umsetzung mehr Mitbestimmung erhalten. Kritik gibt es am Festhalten an den unangekündigten Exen, die laut BLLV nicht mehr zeitgemäß sind.

Politische Reaktionen: Kritik von der SPD

Die SPD im Landtag kritisiert vor allem, dass die unangekündigten Exen und Abfragen weiterhin bestehen bleiben. Sie sieht darin eine verpasste Chance für eine echte Modernisierung der Prüfungskultur. Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Kultusministerin Anna Stolz (Freie Wähler) betonen dagegen, dass Bayern am hohen Qualitäts- und Leistungsanspruch festhält.

Schülerinnen und Schüler: Petition gegen Exen

Auch viele Schülerinnen und Schüler hatten sich für die Abschaffung der unangekündigten Exen eingesetzt. Eine Petition dazu wurde von fast 60.000 Menschen unterstützt, aber vom Landtag abgelehnt.