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Robert-Koch-Institut: 2.150 Hitzetote in Bayerns Sommer

Der Rekordsommer kostete vielen Menschen das Leben. Auch der Freistaat litt unter Temperaturen. In Bayern gab es fünfmal so viele Hitzetote wie im vergangenen Jahr.

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Hitze Jens Büttner/dpa

München/Berlin (dpa/lby) - Bis Anfang September sind in Bayern nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts 2.150 Menschen an den Folgen der Hitze gestorben. Der jüngste RKI-Bericht betrachtet den Zeitraum vom 6. April bis zum 6. September. Betroffen sind besonders ältere Menschen. Im Vorjahr hatte es im Vergleichszeitraum 410 Hitzetote gegeben. 

Das Robert Koch-Institut weist selbst darauf hin, dass die Schätzung für dieses Jahr noch eine große Spannbreite habe: Sie reicht für Bayern von 1.420 bis 2.770. In der Vorwoche hatte die Schätzung für Bayern noch bei 2.220 Hitzetoten gelegen. Das RKI erklärte den Rückgang auf Nachfrage damit, dass die Schätzungen und die Datenbasis mit jeder Woche genauer würden - auch für vergangene Zeiträume. Das Modell, auf dem die Berechnungen basierten, lerne stetig dazu. 

Bayern liegt bundesweit im Mittelfeld

Bayern ist der Schätzung zufolge weniger stark betroffen als andere Bundesländer: In Baden-Württemberg waren es trotz der niedrigeren Bevölkerungszahl laut RKI-Schätzung 3.810 Fälle, im ebenfalls kleineren Hessen 2.260, im bevölkerungsreicheren Nordrhein-Westfalen 2.860.

Betrachtet man die geschätzten Hitzetoten pro 100.000 Einwohner, weist der Freistaat mit einem Wert von 16,2 den sechsthöchsten Wert bundesweit auf. Im Saarland ist der Wert mit 56 am höchsten, in Schleswig-Holstein mit 2,2 am niedrigsten. 

Häufig spielen Vorerkrankungen eine Rolle

Bundesweit geht das RKI von bislang 16.000 hitzebedingten Sterbefällen aus. Auch das ist ein Mehrfaches der Werte aus den Vorjahren. Viele Todesfälle gehen auf die besonders heiße Woche vom 22. bis 28. Juni zurück. In der letzten Juniwoche hatte es eine außergewöhnlich intensive und anhaltende Hitzewelle mit regional über 40 Grad gegeben. Mehrfach waren Temperaturrekorde gebrochen worden.

Als hitzebedingte Sterbefälle gelten nicht nur solche, bei denen die Hitzeeinwirkung – etwa bei einem Hitzschlag – den Tod unmittelbar ausgelöst hat. In den meisten Fällen führe eine Kombination aus Vorerkrankungen und Hitze zum Tod, hieß es. Auf dem Totenschein werde zumeist nicht die Hitze als Todesursache vermerkt. Daher stellt das RKI statistische Berechnungen zu den Hitzetoten an.

© dpa-infocom, dpa:260917-930-699491/1