Sabotageplan: Männer hatten vier Kanister bei sich
Brandbeschleuniger, ein unbekanntes Ziel und ein möglicher Auftrag aus dem Ausland: Zwei Belarussen sitzen in Bayern in Untersuchungshaft. Was die Ermittler über den mutmaßlichen Sabotageplan wissen.
München/Nürnberg (dpa) - Die beiden Männer, die wegen Verdachts auf Sabotagepläne im Raum Nürnberg festgenommen worden waren, hatten große Mengen Brandbeschleuniger bei sich. Sie seien mit vier Kanistern leicht brennbarer Flüssigkeit angetroffen worden, bestätigte die Generalstaatsanwaltschaft München.
Die Männer aus Belarus stehen im Verdacht, im Auftrag einer fremden Regierung gegen Geld vorgegangen zu sein. Ziel des möglichen Anschlagsplanes sei ein noch nicht näher bekanntes Gebäude oder eine Einrichtung der kritischen Infrastruktur gewesen, hatte die Behörde bereits zuvor mitgeteilt.
Dieses sollte demnach angezündet werden und der Brand einen nicht unerheblichen Sachschaden verursachen, «um die Sicherheit der Bundesrepublik Deutschland zu gefährden». Zuvor hatte der «Spiegel» berichtet.
Ermittelt werde wegen Verabredung zu einem Verbrechen der Brandstiftung und Agententätigkeit zu Sabotagezwecken. Die bei der Generalstaatsanwaltschaft angesiedelte Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) habe das Ermittlungsverfahren von der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth übernommen.
Ermittlungen auch in Rumänien
Bei den Verdächtigen handelt es sich den Angaben nach um zwei belarussische Staatsangehörige, 50 und 39 Jahre alt. Die Beschuldigten seien seit dem 7. Oktober in Untersuchungshaft. Zugleich gebe es ein Ermittlungsverfahren gegen die Männer in Rumänien.
Nach «Spiegel»-Informationen ermitteln die rumänischen Sicherheitsbehörden gegen die Belarussen, weil diese in der Nacht zum 14. September an einem Brandanschlag auf einen Industriepark in der rumänischen Stadt Brasov beteiligt gewesen sein sollen.