Trotz Final-Pleite: VfB mit Saison «sehr, sehr zufrieden»
Offizielle und Spieler des VfB loben die Entwicklung des Teams, müssen aber eine Enttäuschung zum Abschluss verdauen. Die Fans feiern trotz verpasstem Titel. Was die Saison für Stuttgart bedeutet.
Berlin (dpa) - Trotz der Entthronung im DFB-Pokal ist Fußball-Nationalspieler Angelo Stiller «stolz» auf die Saison des VfB Stuttgart. Auch Sportvorstand Fabian Wohlgemuth gab den Schwaben nach der Last-Minute-Qualifikation für die Champions League und dem Einzug ins Finale die Schulnote 2.
«Das ist völlig in Ordnung - auch, weil wir das mit einer Wirtschaftlichkeit geschafft haben, die zumindest vermuten lässt, dass wir auch überperformt haben. Von daher können wir damit sehr, sehr zufrieden sein», sagte der 47-Jährige nach dem 0:3 im Endspiel gegen den FC Bayern München.
Noch positiver fiel das Fazit von Nationalstürmer Deniz Undav aus. «Eine 1 minus» gab der Angreifer sich und seinen Mitspielern, die den Abend in einer Berliner Location ausklingen ließen. Nur in der Europa League sei mit dem Aus im Achtelfinale gegen den FC Porto mehr drin gewesen. «Wir haben die Saisonerwartungen übertroffen. Hoffentlich wird die nächste Saison genauso», so Undav.
Kane macht den Unterschied
Gegen die Münchner machten die Stuttgarter, die als «selbstbewusster Außenseiter» in das Spiel gegangen waren, vor allem vor dem Seitenwechsel ein gutes Spiel. Erst nach der Pause schlug Ausnahmestürmer Harry Kane dreimal zu und besiegte den VfB dank seiner Effektivität quasi im Alleingang.
«Wir haben die Bayern schon auch genervt. Wir haben hinten sicher gestanden, hatten Spielkontrolle», sagte Wohlgemuth. «In der zweiten Halbzeit war es dann dreimal Harry Kane. Und dann ist am Ende der Normalfall eingetreten, obwohl wir in der ersten Halbzeit darauf hingearbeitet haben, dass es ein unnormaler Tag wird.»
Vom Fast-Absteiger zum erneuten Champions-League-Teilnehmer
Nach Ansicht von Coach Sebastian Hoeneß können die Stuttgarter das Olympiastadion «erhobenen Hauptes» verlassen. «Die Bayern haben wieder gezeigt, was für eine Klasse sie haben», sagte der Trainer, der aus dem Fast-Absteiger innerhalb von drei Jahren einen Pokalsieger in der Vorsaison und zweimaligen Champions-League-Teilnehmer formte.
«Über 60 Minuten haben wir ein großartiges Spiel gezeigt, waren nah dran. Was wir uns vorwerfen müssen, sind die Umschaltsituationen, die haben wir nicht gut ausgespielt», sagte Hoeneß und resümierte trotz der Niederlage: «Ich bin stolz - und die Jungs können auch stolz sein.»
Die Anhänger honorierten die Leistung der Stuttgarter. Minutenlang feierten sie ihre Mannschaft lautstark, obwohl es mit der Titelverteidigung nicht geklappt hatte. «Es ist cool, wie die Fans einen feiern. Ich glaube, unsere waren lauter als deren», fand Stiller. «Das zeichnet, glaube ich, die Saison dann auch aus, wie die Stadt und die Fangemeinschaft zu uns stehen.»