Was die Wasserwacht rät, um Badeunfälle zu vermeiden
Am Wochenende starb ein 40-Jähriger beim Schwimmen in einem See in Unterfranken. Die Wasserwacht gibt deshalb Tipps, wie sich zumindest manche Tragödien vermeiden lassen - gerade zu Beginn der Saison.
München (dpa/lby) - Nach dem tödlichen Badeunfall in Unterfranken warnt die Wasserwacht Bayern ausdrücklich vor den Gefahren am Anfang der Badesaison. «Gerade zu Beginn der Saison überschätzen viele Menschen ihre Kräfte oder unterschätzen die noch niedrigen Wassertemperaturen. Das kann lebensgefährlich werden», betonte der Landesvorsitzende Thomas Huber.
«Badeunfälle passieren nicht nur weit draußen im Wasser und nicht nur bei schlechten Schwimmern. Sie passieren oft plötzlich, leise und innerhalb weniger Augenblicke», mahnte Huber. So auch am Wochenende, als ein 40-Jähriger in einem See bei Kahl am Main plötzlich nicht mehr zu sehen war. Er konnte trotz der umgehenden Alarmierung der anwesenden Wasserwacht durch seinen mitschwimmenden Freund nicht mehr rechtzeitig gerettet werden.
Gefahr durch die Kälte des Wassers
Die Wasserwacht rät aufgrund der noch niedrigen Wassertemperaturen vieler Seen dazu, mit Bedacht anzubaden. «Kaltes Wasser kann den Körper schnell überfordern. Es drohen Unterkühlung, Kreislaufprobleme oder ein Kälteschock – selbst bei Menschen, die sich gesund und sicher fühlen», hieß es. Man solle deshalb langsam ins Wasser gehen, nicht zu lange in kalten Gewässern schwimmen und die eigenen Kräfte gerade zum Beginn der Schwimmsaison nicht überschätzen. Und: Kinder wirklich niemals aus den Augen lassen!
Wer Zeuge eines Badeunfalls wird, sollte schnellstmöglich professionelle Hilfe rufen. Von eigenen Rettungsversuchen im Wasser rät die Wasserwacht ab, wenn dadurch das eigene Leben gefährdet werden könnte. Ertrinkenden sollte man möglichst Rettungsringe, Leinen, Äste oder andere Gegenstände reichen oder zuwerfen und sie somit mit Abstand zu sich aus dem Wasser ziehen - die Ertrinkenden könnten den Helfer in ihrer Panik bei direktem Körperkontakt mit unter Wasser ziehen.
Seit Anfang Mai hat die Wasserwacht in Bayern nach eigenen Angaben bereits Dutzende Rettungseinsätze gehabt – darunter auch mehrere Lebensrettungen.
Bei den hohen Temperaturen derzeit zieht es aktuell viele Menschen an Seen, Flüsse und in Schwimmbäder, zumal auch noch Pfingstferien sind. Neben der zum Roten Kreuz gehörenden Wasserwacht sorgt auch die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) an vielen Badestellen im Freistaat für Sicherheit.