Wildtiere im Hitzestress - wie kann man ihnen helfen?
Unter Hitze und Trockenheit leiden auch viele Wildtiere. Naturschutzverbände erklären, warum das so ist.
Nürnberg (dpa/lby) - Nicht nur Menschen, auch Wildtieren machen Hitze und Trockenheit zu schaffen. Im Gegensatz zu Menschen können sich diese aber oft nicht an kühlere Orte zurückzuziehen. Das gilt besonders auch für die Wildtiere in den Siedlungen wie Igel, Eichhörnchen und Vögel, da sich Straße, Plätze und kurz gemähter Rasen schnell aufheizen und Wasserstellen fehlen.
Welche Wildtiere leiden besonders?
Amphibien wie Frösche, Kröten und Molche haben dem Bund Naturschutz zufolge eine empfindliche Haut und sind auf Feuchtigkeit angewiesen. Wenn Tümpel, Pfützen, Gräben oder Kleingewässer austrocknen, verlieren sie Laichplätze und Rückzugsräume. Für Kaulquappen kann eine Hitzewelle tödlich sein.
Unter der großen Hitze leiden laut dem Naturschutzverband LBV vor allem Arten, die an oder in Gebäuden leben wie Mauersegler, Haussperlinge, Mehlschwalben und Fledermäuse. Deren Quartiere etwa unter Dachvorsprüngen und in Spalten können sich schnell erhitzen - eine tödliche Falle für Jungtiere und Jungvögel, die diese nicht selbstständig verlassen können.
Für seltene Wiesenbrüter wie den Kiebitz ist demnach vor allem die Trockenheit problematisch. Die Vögel suchen in feuchten Bodensenken, flachen Wasserstellen und weichen Böden nach Insekten, Larven oder Würmern. Wenn diese austrocknen, wird der Boden hart und die Beute ist unerreichbar.
Welche Strategien gegen Hitze haben Tiere?
Bei Hitze meiden viele Wildtiere nach LBV-Angaben unnötige Bewegungen. Füchse hecheln, um die Körpertemperatur zu regulieren. Eine ähnliche Kühl-Strategie haben Vögel: Diese sitzen mit weit geöffnetem Schnabel da und atmen schnell.
Der Weißstorch wiederum benetzt seine Beine mit flüssigem Kot zur Kühlung. Feldhasen und Kaninchen nutzen ihre Ohren als körpereigene Klimaanlage, über die sie Wärme abgeben. Wespen bringen Wasser ins Nest und fächeln mit den Flügeln, wodurch Verdunstungskälte entsteht.
Wie kann man den Wildtieren helfen?
«Naturnahe Gärten und Grünflächen mit heimischen Sträuchern, Hecken, Bäumen, Laubhaufen, Totholz, offenen Bodenstellen und kleinen Wasserstellen sind in Hitzesommern echte Rettungsinseln», heißt es vom Bund Naturschutz. Außerdem empfiehlt er flache Wasserschalen mit Ausstiegshilfen für Insekten aufzustellen.
Der ideale Standort ist laut dem LBV im Halbschatten, nicht in der prallen Sonne. Wasserschalen sollten täglich frisch befüllt und mit heißem Wasser ausgespült werden. Danach sollten sie in der Sonne trocknen. Auf diese Weise lässt sich verhindern, dass sich Krankheitserreger ausbreiten.