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«Zeit, Lebewohl zu sagen»: Kombinierer Rydzek hört auf

Nach fünf Olympischen Winterspielen ist Schluss. Johannes Rydzek beendet seine Karriere als Nordischer Kombinierer. Der 34-Jährige zeigt sich dankbar und spricht über seine Zukunft.

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Johannes Rydzek Hendrik Schmidt/dpa

Oberstdorf (dpa) - Johannes Rydzek pustete einmal tief durch und richtete sich in einem emotionalen Abschiedsvideo dann direkt an seine Sportart. «Liebe Nordische Kombination, meine erste große Liebe. Seit ich denken kann, begleitest du mich. Und deswegen fällt der Abschied, der jetzt kommt, besonders schwer», sagte Rydzek unterlegt von Klaviermusik. Der zweimalige Olympiasieger macht nach diesem Winter Schluss mit dem Leistungssport.

«Es ist Zeit, Lebewohl zu sagen! Es fühlt sich der Moment richtig an, ich bin voll mit mir im Reinen», sagte der 34-Jährige. Der Saisonabschluss an diesem Sonntag in Oslo wird sein letzter Weltcup sein. «Im Gepäck nach Norwegen sind ganz viele Emotionen, auch Wehmut ist mit dabei», sagte Rydzek.

Der Oberstdorfer hat in seiner langen Karriere extrem viel erlebt. Fünfmal nahm Rydzek an Olympischen Winterspielen teil, gehörte auch in diesem Jahr in Italien zum deutschen Team. Rydzek bedankte sich bei zahlreichen Unterstützern und hob besonders seine Frau hervor, ohne die er sein Leben nicht so hätte führen können. «Immer bist du an meiner Seite, meine wahre große Liebe», sagte er.

Bundestrainer Frenzel: «Das war großartig»

Bundestrainer Eric Frenzel sprach von einem «Wermutstropfen, dass Johannes seine Karriere jetzt beendet.» Der 37-Jährige, der als Sportler auch gemeinsam mit Rydzek auf Medaillenjagd ging erklärte: «Über so viele Jahre auf einem so hohen Leistungsniveau performen zu können, immer wieder parat zu sein bei Großereignissen - das ist nicht einfach, das war großartig.»

Vier Olympia-Medaillen hat Rydzek gesammelt. 2010 gewann er Bronze im Team. Vier Jahre später gab es Silber mit der Mannschaft. 2018 krönte sich Rydzek im Einzel von der Großschanze sogar zum Olympiasieger und gewann auch mit dem Team. Bei Weltmeisterschaften sammelte Rydzek noch mehr Medaillen - wurde siebenmal Weltmeister. «Alle Träume konnte ich mir erfüllen - und noch mehr», sagte der Allgäuer.

Rydzek will der Kombination erhalten bleiben

Rydzek durchlitt aber auch bittere sportliche Momente. Bei den Winterspielen von China führte er beim furiosen Olympiasieg von Teamkollege Vinzenz Geiger im Wettbewerb vor der Normalschanze lange. In einem denkwürdigen Rennen wurde Rydzek wenige hundert Meter vor dem Ziel aber noch überspurtet und verpasste einen Podestplatz. Vor drei Wochen lag er im Teamsprint mit Geiger nach dem Skispringen auf Goldkurs. Am Ende wurde es - auch wegen Stürzen von Geiger - nur Platz fünf.

Im Weltcup siegte Rydzek im Einzel 18-mal. «Ich war mehr als die Hälfte meines Lebens im Weltcup unterwegs. Diesen Weg, mit diesen Momenten und den Menschen, die ich kennenlernen und erleben durfte, werde ich auch vermissen», sagte er nun und kündigte an: «Ich möchte der Kombination in irgendeiner Form erhalten bleiben.»

© dpa-infocom, dpa:260312-930-806395/1