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Buckelwal nach tagelanger Rettungsaktion in der Nordsee freigelassen – Experten bezweifeln langfristige Überlebenschancen des Tieres

Nach einer aufwendigen Rettungsaktion ist der mehrfach an deutschen Ostseeküsten gestrandete Buckelwal in der Nordsee freigelassen worden. Ob das Tier überlebt und wie es ihm aktuell geht, ist unklar. Alle Hintergründe und Einschätzungen von Experten lest ihr hier.

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Weitere Entwicklung zum Buckelwal auf dem Weg aus der Ostsee Christoph Reichwein/dpa

Nach einer tagelangen Rettungsaktion ist der mehrfach gestrandete Buckelwal aus der Ostsee in der Nordsee freigelassen worden. Wie es dem Tier aktuell geht und ob es langfristig überlebt, bleibt ungewiss.

Freilassung in der Nordsee – Zustand des Wals unklar

Der rund zwölf Meter lange Buckelwal wurde nach Angaben der verantwortlichen Privatinitiative und Bildern des Livestream-Anbieters News5 am Morgen etwa 70 Kilometer von Skagen entfernt im Skagerrak freigelassen. Ob das Tier tatsächlich den Lastkahn verlassen hat, ist nicht eindeutig belegt. Drohnenaufnahmen zeigten zwar einen Wal im Wasser, eine sichere Identifizierung war jedoch nicht möglich.

Unklarheit über Senderdaten und Gesundheitszustand

Vor dem Freisetzen sollte ein GPS-Sender angebracht werden, um den Standort des Wals zu verfolgen. Ob dies gelungen ist und ob der Sender Daten liefert, ist bislang offen. Auch zum Gesundheitszustand des Tieres gibt es keine verlässlichen Informationen. Experten wie der Meeresbiologe Fabian Ritter betonen, dass der Wal nach der langen Zeit in Flachwasserzonen möglicherweise nicht mehr normal schwimmen, tauchen oder fressen kann. In seinem Maul wurden Netzteile gefunden, was die Nahrungsaufnahme zusätzlich erschweren könnte.

Langfristige Überlebenschancen werden bezweifelt

Die Tierschutzorganisation Whale and Dolphin Conservation (WDC) und die Internationale Walfangkommission (IWC) schätzen die Überlebenschancen des Wals als gering ein. Eine erfolgreiche Rettung könne erst bestätigt werden, wenn das Tier langfristig im Nordatlantik überlebt, an Gewicht zunimmt und seinem natürlichen Verhalten nachgeht.

Keine öffentliche Nachverfolgung möglich

Die Position des Wals wird nicht öffentlich bekanntgegeben. Nur Mitglieder der Privatinitiative und das Umweltministerium von Mecklenburg-Vorpommern erhalten Zugriff auf die Daten. Ohne funktionierenden Sender könnte das Schicksal des geschwächten Tieres unbemerkt bleiben.

Hintergrund: Mehrfache Strandungen und Rettungsversuche

Der Buckelwal war Anfang März erstmals in der Ostsee gesichtet worden und strandete mehrfach an verschiedenen Küstenabschnitten. Zahlreiche Rettungsversuche, unter anderem mit Baggern und Lärm, blieben zunächst erfolglos. Schließlich wurde das Tier in einen Lastkahn bugsiert und Richtung Nordsee transportiert.

Kritik an der Rettungsaktion und Ausblick

Die Aktion wurde von einer privaten Initiative organisiert und finanziert, Fachleute deutscher Institutionen waren nicht beteiligt. Experten und Tierschutzorganisationen betonen, dass Ruhe für das geschwächte Tier das Beste gewesen wäre. Es besteht die Möglichkeit, dass der Wal erneut in flache Küstengewässer schwimmt oder strandet.

Ob der Buckelwal die Freilassung überlebt und in seinen natürlichen Lebensraum zurückkehrt, bleibt abzuwarten.