Sturmtief Elli gefährdet Bundesligaspiele zum Jahresstart
Der Deutsche Wetterdienst sagt für Freitag und Samstagfrüh eine extreme Lage voraus. Die Deutsche Fußball Liga ist alarmiert, die Clubs bereiten sich entsprechend vor - und Fans helfen mit.
Berlin (dpa) - Zum Jahresauftakt wird es ungemütlich in den Bundesligastadien, es droht Anreisechaos und mancherorts könnte Sturmtief Elli gar für Spielabsagen sorgen. Die DFL ist alarmiert. «Wir beobachten die Wettersituation und stehen mit den Beteiligten im Austausch», sagte ein Sprecher der Deutschen Fußball Liga (DFL) auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur.
Am Freitag und Samstag wird vor allem im Norden und in Berlin ein heftiges Winterwetter mit Sturm, Schnee und Eisregen erwartet. Am Donnerstagmittag ging die DFL zwar davon aus, dass alle Bundesligaspiele am Wochenende stattfinden können. Doch die Verantwortlichen stellen sich auch auf mögliche Spielabsagen ein.
Heimspiel gegen Leipzig? Pauli will nichts garantieren
«Angesichts der Wetterlage können wir nicht dafür garantieren, dass das Spiel unter den gegebenen Umständen stattfinden kann», schrieb der FC St. Pauli in einer Stellungnahme auf seiner Internetseite. Man unternehme zwar «das Möglichste», damit das Heimspiel gegen RB Leipzig am Samstag (15.30 Uhr/Sky) ausgetragen werden könne. «Der Verein muss allerdings abwarten, wie sich die Wetterlage entwickelt und ob es weitere heftige Schneefälle geben wird.»
Ähnlich ist die Lage in Bremen, wo am Samstagnachmittag das Werder-Heimspiel gegen die TSG Hoffenheim stattfinden soll. Dafür engagierte der Heimclub 50 zusätzliche Mitarbeiter. Sie sollen dafür sorgen, dass die Bereiche rund um das Weserstadion vom Schnee befreit und zur Not sogar während der Partie geräumt werden können. Damit soll eine gefahrlose An- und Abreise der Zuschauer gewährleistet werden.
Union-Fans schippen Schnee
Werder appellierte aber, nach Möglichkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln anzureisen. Noch gehe man davon aus, dass das Spiel stattfinden könne, sagte Bremens Mediendirektor Christoph Pieper: «Was passiert, wenn zwei Meter Schnee fallen, wage ich nicht zu beurteilen.»
In Bremen und Hamburg bleiben wegen des Sturmtiefs am Freitag die Schulen geschlossen. Der Deutsche Wetterdienst hat wegen der vorhergesagten Schneefälle und des stürmischen Wetters mit Böen bis zu 70 Kilometern pro Stunde eine amtliche Unwetterwarnung herausgegeben.
Bei Union Berlin halfen gar die Fans tatkräftig mit, damit das Heimspiel am Samstag gegen den FSV Mainz 05 und damit das Wiedersehen mit Ex-Trainer Urs Fischer wie geplant stattfinden kann. Nach einem Fanclub-Aufruf befreiten einige Fans die Wege und Einlasstore von Eis und Schnee.
Stadionmitarbeiter waren mit mehreren Baggern zum Abtransport im Einsatz. «Vorsorglich könnt ihr auch gern euren Schneeschieber von zuhause mitbringen», hieß es laut «Bild» in dem Aufruf.
Eintracht sieht keine Probleme für Partie gegen BVB
Die erste Partie des 16. Spieltags findet am Freitagabend (20.30 Uhr/Sky) in Frankfurt zwischen der Eintracht und Borussia Dortmund statt. «Nach Einschätzung der zuständigen Behörden gibt es aktuell keinen Grund zur Annahme, dass das Spiel am Freitag nicht wie geplant stattfinden kann», teilte die Eintracht mit. «Über den Stadionbetreiber haben wir dennoch vorsorglich zusätzliches Personal im Einsatz, um Schneefall zu beseitigen, Streumaßnahmen durchzuführen und die Sicherheit auf dem Stadiongelände zu gewährleisten.»
Der VfB Stuttgart änderte wegen der Ungewissheit kurzfristig seine Reiseplanung. «Wir haben entschieden, einen Tag vorher zu fliegen, um zu vermeiden, dass aufgrund der Witterung irgendetwas schiefläuft», sagte Trainer Sebastian Hoeneß vor dem Spiel bei Bayer Leverkusen am Samstag (18.30 Uhr/Sky).
Schwierige Anreise für Fans
Spielabsagen im Oberhaus aufgrund der Unbespielbarkeit des Platzes sind angesichts der verpflichtenden Rasenheizung selten geworden. In diesem Fall muss das Schiedsrichter-Gespann vor Ort entscheiden. Das Problem ist die Anfahrt für die Fans, die in den nächsten Tagen mit Glatteis und Schnee rechnen müssen. Zudem hat die Deutsche Bahn witterungsbedingt bereits Verspätungen und Zugausfälle im Fernverkehr angekündigt.
Außerdem können Spielstättenbetreiber wegen Gefährdungen die Stadien schließen lassen, zum Beispiel, wenn Schneelawinen vom Dach rutschen könnten. Auch aus diesem Grund und wegen Sicherheitsrisiken und der Verkehrssituation war im Dezember 2023 die Begegnung FC Bayern München gegen Union Berlin in der Allianz Arena abgesagt worden. Im Januar 2024 fiel die Partie der Berliner in Mainz aus.