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Zverev dominiert Angstgegner: Zwei Siege zum Triumph

Deutschlands bester Tennisspieler tritt in seinem Wimbledon-Viertelfinale gegen einen Angstgegner an. Das Duell wird eine überraschend klare Angelegenheit. Nun ist das Finale zum Greifen nah.

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Wimbledon 2026 Andrew Matthews/PA Wire/dpa

London (dpa) - Dank eines dominanten Auftritts gegen seinen Angstgegner fehlen Alexander Zverev nur noch zwei Siege zum Wimbledon-Triumph. Mit einer konzentrierten Leistung gewann der French-Open-Gewinner überraschend glatt 6:4, 6:4, 6:2 gegen den US-Amerikaner Taylor Fritz. Deutschlands bester Tennisspieler zog zum ersten Mal ins Halbfinale von London ein. 

«Es klingt großartig», sagte Zverev zu seinem Halbfinale-Einzug. «Ich hoffe, noch zwei Matches zu spielen. Ich bin extrem glücklich im Halbfinale zu sein. Ich habe ein fantastisches Match gespielt.»

In seinem ersten Viertelfinale beim Rasenklassiker glänzte der Tokio-Goldmedaillengewinner und verwandelte nach 6:4, 6:4, 6:2. Stunden seinen ersten Matchball. Sieben Partien hatte Zverev zuvor am Stück gegen Fritz verloren. «Es ist ein Traum, der wahr wird, endlich gut in Wimbledon zu spielen», kommentierte der Sieger.

Endspiel zum Greifen nah

Am Freitag kann Zverev jetzt im Halbfinale gegen den britischen Außenseiter Arthur Fery die Chance auf das Endspiel ergreifen. Da der spanische Tennis-Topstar Carlos Alcaraz wie in Paris verletzt fehlt, ist der deutsche Spitzenspieler hinter Vorjahreschampion Jannik Sinner aus Italien an Position zwei gesetzt. Und er wird seiner Rolle bislang gerecht.

Insgesamt ist es Zverevs 12. Halbfinale bei einem Grand-Slam-Turnier. In Wimbledon reiht sich der Paris-Champion als Fünfter in die Liste der deutschen Wimbledon-Halbfinalisten im Männer-Einzel ein - neben Boris Becker, Michael Stich, Rainer Schüttler und Tommy Haas. 

Zverevs außergewöhnliche Aussage

Während bei mehr als 30 Grad Celsius die Zuschauer im All England Club Schattenplätze suchten, war Zverev zwar nicht auf Anhieb im Match, ließ einen kurzen, nervösen Beginn aber schnell hinter sich und wirkte dann hellwach. Zverev mag die Hitze, das hat er oft erzählt.

Zum 2:1 nahm er dem Kalifornier den Aufschlag ab. Dieses eine Break genügte für den ersten Satzgewinn. Als er zum Satz aufschlug, wackelte Zverev zwar, löste die komplizierte Situation aber mit erstklassigen Aufschlägen bravourös.

«Wenn ich die Vorhand nicht 76 Meilen pro Stunde schlage, sondern mit 84 Meilen pro Stunde schlage, der Aufschlag mit 133 Meilen pro Stunde kommt, die Rückhand mit 80 Meilen pro Stunde kommt, werde ich das Match gewinnen», hatte der Weltranglisten-Dritte angesichts seiner Form gesagt. «Es ist relativ simpel.» Und er ließ seinen Worten Taten folgen. 

Fritz holt den Physiotherapeuten

Fritz hatte in der Wimbledon-Vorbereitung mit den Final-Teilnahmen in Stuttgart und in Halle geglänzt - und bei letzterem auch Zverev besiegt. In Halle aber hatte der Hamburger erhebliche Probleme mit seiner Diabetes-Erkrankung. Diesmal ließ der 28 Jahre alte Fritz zu Beginn des zweiten Satzes den Physiotherapeuten rufen und sich rund um das Knie behandeln. Schon seit dem vergangenen September beschäftigen Knieschmerzen den US-Amerikaner. 

Zverev mit Freudenschrei beim Break

Zverev konnte sich auf seinen Aufschlag weiter verlassen. Der Weltranglisten-Dritte war emotional, animierte das Publikum, ihn nach einem gelungenen Punktgewinn anzufeuern. Mit einem lauten Schrei feierte er das nächste Break zum 5:4 und Vorentscheidung im zweiten Durchgang. 

Vor zwei Jahren war Zverev in Wimbledon trotz einer 2:0-Satzführung noch an Fritz gescheitert, es schränkte ihn im Achtelfinale eine Knieverletzung ein. Damals hatte seine Negativspirale gegen den Weltranglisten-Siebten begonnen. Diesmal soll ihm der erste Sieg gegen den US-Amerikaner seit mehr als zwei Jahren den nächsten Schub für einen angestrebten Wimbledon-Erfolg geben.

© dpa-infocom, dpa:260708-930-355244/2