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Bosse singt über Hass im Netz - überrascht von Resonanz

Bosse setzt auf seinem neuen Album ein Zeichen gegen Hasskommentare – und liefert trotzdem Songs zum Tanzen.

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Sänger Bosse Christian Charisius/dpa

Hamburg/Braunschweig (dpa) - Auf seinem vorherigen Album hatte sich der Hamburger Musiker Axel «Aki» Bosse (46) ganz dem Träumen verschrieben. Nun ist der gebürtige Niedersachse wieder in der Realität angekommen. Teilweise sogar in der harten Realität. Mit dem zehnten Studioalbum «Stabile Poesie» wollte Bosse wieder «gesellschaftlicher sein und Mund aufmachen», wie er bei der Album-Vorstellung in Hamburg sagte. 

«Lass dich nicht f***» gegen Hasskommentare im Netz

Das hat er geschafft. Mit einem dieser neuen Lieder hat er bereits für Furore gesorgt, als das Album noch gar nicht komplett veröffentlicht war. Der prägnante Titel - «Lass Dich nicht f***» - allein ist da bereits gesprächswertig. Der Hintergrund aber hat in den sozialen Medien eine Welle ins Rollen gebracht. Es geht um Hasskommentare, denen vor allem Frauen in den sozialen Medien ausgesetzt sind. Mit dem Lied wollte Bosse all jenen Mut machen, die im Internet Opfer von verbaler Gewalt werden. 

Version gibts auch in kinderfreundlich

«Lass Dich nicht f***» (in der kinderfreudlichen Version singt Bosse übrigens «Lass Dich nicht zwicken!») wurde zur kleinen Hymne für viele, die seitdem diese Beleidigungen gegen sich öffentlich gemacht haben. «Dass dieser Chanson so einschlägt, hat mich total überrascht. Das ist sowohl erfreulich als auch sehr erschreckend», sagte Bosse der Deutschen Presse-Agentur. 

Aber er sei sehr glücklich darüber, dass er dem Thema damit quasi eine Bühne und eine Melodie bieten konnte. Auch seine Welt sei davon geflutet worden, weil er mit ganz vielen, die sein Lied dafür genutzt haben, geschrieben und gesprochen hat. «Und ich habe dann ziemlich schnell gemerkt, was für eine erbärmliche Welt das ist, wie krass das ist, wie wenig ich betroffen bin von diesem Hass im Netz und wie das gerade natürlich Frauen so unfassbar betrifft.»

Es darf auch wieder getanzt werden

Auf den typischen Bosse-Sound zum Tanzen müssen Fans trotz der gesellschaftskritischen Songs nicht verzichten. «Jede Bosse-Platte braucht auf jeden Fall ein Tanz-Lied. Definitiv», sagt der in Braunschweig aufgewachsene Musiker. Auf dem Album gebe es gleich mehrere.

© dpa-infocom, dpa:260417-930-956055/1