Zum Hauptinhalt springen

Rolle als KZ-Arzt kostete Axel Prahl viel Überwindung

Axel Prahl spielt in «Block 10» einen KZ-Arzt, der in Auschwitz Experimente an inhaftierten Frauen leitete. Wie er mit den bedrückenden Szenen umging und was er über seine Schauspielkolleginnen sagt.

ANTENNE BAYERN ANTENNE BAYERN GmbH & Co. KG ANTENNE BAYERN Logo
Kinostart - "Block 10" Anne Wilk/Camino Bildverleih/dpa

Berlin (dpa) - Schauspieler Axel Prahl hat die Rolle des KZ-Arztes Carl Clauberg im Film «Block 10» als sehr belastend empfunden. «Diesen jungen Frauen gegenüber so gewalttätig sein zu müssen: Das war schwerste Überwindung. Nach jeder Klappe haben wir uns umarmt, und ich habe gesagt, wie leid es mir tut, dass ich diese Rolle so spielen muss», sagte der 66-Jährige der «Bild».

Der Kinofilm von Regisseur Marcus O. Rosenmüller («Münter & Kandinsky») befasst sich mit den grausamen medizinischen Experimenten, die im Konzentrationslager Auschwitz im Block 10 an inhaftierten Frauen durchgeführt wurden. Alles, was der Film zeigt, beruht auf Tatsachen.

Auch Clauberg (1898-1957), den Prahl verkörpert, ist eine reale Figur. Er hat die Untaten in «Block 10» geleitet. Prahl, bekannt vor allem seit 2002 als Hauptkommissar Frank Thiel im Münster-«Tatort», zeigt ihn als absolut gefühllosen Handlanger des Todes.

Prahl hebt Leistung der Schauspielerinnen hervor

«Für mich war die Rolle des Clauberg zwar belastend, aber was diese wirklich großartigen jungen Schauspielerinnen dort geleistet haben, ist damit bei Weitem nicht zu vergleichen», hob Prahl hervor.

«Sie haben sich die Köpfe scheren lassen, mussten sich ausziehen, lagen auf den Untersuchungsstühlen, wurden angeschrien und mussten sich in die schrecklichen Situationen hineinfühlen, um all dieses Leid überzeugend darstellen zu können. Das ist ihnen auf beeindruckende Weise gelungen.»

«Block 10» sei einer der wichtigsten Filme, die er in seinem Leben gedreht habe. «Denn die politischen Verhältnisse in unserem Land zeigen immer deutlichere Parallelen zu 1933», sagte Prahl. «Menschen leugnen den Holocaust, bezeichnen ihn gar als "Fliegenschiss der Geschichte".» Umso wichtiger sei es mit einer angemessenen Erinnerungskultur einer Wiederholung entgegenzuwirken.

Der Film ist am heutigen Donnerstag im Kino angelaufen.

© dpa-infocom, dpa:261105-930-951595/1