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Sandra Hüller überrascht über Kritik an «Digger»

Mit so heftigen Reaktionen zu «Digger» habe sie nicht gerechnet, räumt die international gefragte Schauspielerin ein. Als es um den Film «Vaterland» geht, wird sie emotional.

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Sandra Hüller überrascht über Kritik an «Digger» Chris Pizzello/Invision/AP/dpa

London (dpa) - Schauspielerin Sandra Hüller ist überrascht über die schlechten Kritiken für den Film «Digger», in dem sie an der Seite von US-Hollywood-Star Tom Cruise spielt. «Wir haben mit einer starken Reaktion gerechnet. Es ist ein polarisierender Film», sagte sie der britischen Zeitung «The Guardian» in einem Interview.

Es sei auch ein politischer Film, obwohl sie dies in Interviews vorher nicht verraten durften. «Ich persönlich war schon überrascht von der Härte der Ablehnung. Die Leute haben ihn wirklich gehasst», sagte die 48-Jährige weiter. Sie selbst liebe den Streifen allerdings. «In einigen Jahren wird man ihn als ein Dokument unserer Zeit betrachten», ist sie überzeugt. 

«Digger» spaltet Kritiker und floppt an Kinokassen

In der grotesken und schrägen Komödie von Oscar-Preisträger Alejandro González Iñárritu («Birdman», «The Revenant - Der Rückkehrer») spielt Cruise (64) den mächtigen Ölbaron Digger Rockwell, der die Welt auf den letzten Drücker vor einer selbst ausgelösten Katastrophe bewahren will oder vielmehr dazu gedrängt wird. Hüller («Anatomie eines Falls») spielt die impulsive Halbschwester und Geschäftspartnerin Rockwells.

Die teils hohen Erwartungen konnte «Digger» jedoch nicht erfüllen. Die Meinungen von Kritikern gingen stark auseinander, auch an den Kinokassen floppte der Film. Laut der Branchen-Webseite «Box Office Mojo» spielte «Digger» seit dem Kinostart Anfang Oktober weltweit bislang knapp 42 Millionen US-Dollar ein – deutlich weniger als die Produktionskosten, die laut Branchenmedien bei 160 bis 180 Millionen US-Dollar lagen.

Bei «Vaterland» kommen Hüller die Tränen

Als es in dem Interview um den Film «Vaterland» von Pawel Pawlikowski ging, in dem sie Thomas Manns Tochter Erika verkörpert, seien der aus Thüringen stammenden Schauspielerin die Tränen gekommen, schreibt der «Guardian». «"Vaterland" trägt eine Trauer in sich, die man deutlicher spürt, wenn man aus dem Osten kommt», sagte sie. «Ich bin einfach dankbar, dass Pawel Raum für diese politische Idee geschaffen hat, die in Deutschland zwar nicht überlebt hat, über die man aber vielleicht trotzdem noch nachdenken kann. Die sozialistische Idee.»

© dpa-infocom, dpa:261023-930-882506/1