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Frau mutmaßlich in belebter Gegend von Wolf gebissen

Ein Wolf hat in Hamburg nach Angaben der Behörden eine Frau gebissen. Es sei ein einmaliger Fall seit der Wiederansiedlung der Tiere vor fast 30 Jahren. Die Hintergründe sind noch unklar.

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Wölfe in Gehege Bernd Weißbrod/dpa

Hamburg (dpa) - In Hamburg-Altona ist am Montagabend in einer belebten Einkaufsstraße eine Frau mutmaßlich von einem Wolf gebissen worden. Damit wurde in Deutschland nach Behördenangaben erstmals ein Mensch von einem Wolf angegriffen, seit sich dieser wieder in Deutschland ausgebreitet hat. «Es gab noch keinen solchen Fall seit der Wiederansiedlung seit 1998», sagte eine Sprecherin des Bundesamts für Naturschutz der Deutschen Presse-Agentur.

Der Angriff des später eingefangenen Tieres fand den Behörden zufolge in Hamburg-Altona in der Nähe eines Ikea-Marktes statt. Wie es zu dem Vorfall kam, sei noch nicht abschließend geklärt, sagte ein Sprecher der Hamburger Umweltbehörde. 

Tier wurde aus der Alster gezogen

Das Tier - nach Angaben der Behörden ein Wolf - war am späten Abend in der Hamburger Innenstadt eingefangen worden: Am Anleger an der Binnenalster zog die Polizei es mit einer Schlinge aus dem Wasser, wie ein Sprecher des Lagezentrums am Abend schilderte. 

Das Tier wurde zunächst in einem Wildgehege untergebracht. Wie es mit ihm weitergeht, war aktuell nicht bekannt. Man sei dabei, alle Fakten zusammenzutragen, sagte der Sprecher der Umweltbehörde. Die Behörde werde sich im Laufe des Tages äußern.

Ob es sich bei dem eingefangenen Tier um jenen Wolf handelt, der am Wochenende unter anderem im Stadtteil Blankenese gesehen worden war, ist laut Polizei noch nicht sicher. Ein Sprecher der Leitstelle sagte, man halte es für wahrscheinlich, da nicht von mehreren dieser Tiere im Stadtgebiet ausgegangen werde.

Vermutlich junges Tier auf der Suche nach einem eigenen Revier

Die ersten Sichtungen des Tieres waren Angaben von Montag zufolge am Samstag in zwei Parks oberhalb des Falkensteiner Ufers gemacht worden. Am Sonntagvormittag sei der Wolf im Bereich des S-Bahnhofs Othmarschen beobachtet worden, am Nachmittag im Bereich des Stadtteils Nienstedten. 

Das Tier soll ein noch recht junger Wolf sein. «Nach Experteneinschätzung handelt es sich bei dem Tier höchstwahrscheinlich um einen Welpen in der Abwanderungsphase von seinem Rudel», hieß es am Montag weiter. In dieser Phase legen die Tiere meist weite Strecken zurück. Auf der Suche nach einem eigenen Revier sei der Wolf wohl «versehentlich so weit in das Stadtgebiet gelaufen», dass er nun nach einem Weg aus der Stadt suche. 

Mittlerweile viele Wölfe in Deutschland

Der Wolfs-Experte der Deutschen Wildtierstiftung, Klaus Hackländer, hält es nach den derzeitigen Informationen für realistisch, dass es sich bei dem Tier tatsächlich um einen Wolf handelte. «Die Wahrscheinlichkeit, dass ein Wolf in eine Siedlung oder sogar in eine Stadt geht, ist groß aufgrund der hohen Anzahl an Wölfen, die wir mittlerweile haben.»

Rund 150 Jahre lang galt der Wolf in Deutschland als ausgerottet. Erst nach dem Mauerfall kamen mehrere Tiere über Polen nach Deutschland zurück. Heute streifen Wölfe durch die Wälder zahlreicher Bundesländer.

© dpa-infocom, dpa:260331-930-889202/2