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Nato erhöht wegen Iran Einsatzbereitschaft der Raketenabwehr

Der Abschuss einer iranischen Rakete auf die Türkei alarmiert die Nato. Die militärischen Befehlshaber handeln jetzt.

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Nato-Raketenabwehrstation in Rumänien picture alliance / dpa

Mons (dpa) - Die Nato erhöht wegen des iranischen Raketenbeschusses auf die Türkei die Alarm- und Einsatzbereitschaft ihrer ballistischen Abwehrsysteme. Die Maßnahme sei vom Befehlshaber des Nato-Luftstreitkräftekommandos angeordnet worden, teilte der Sprecher des militärischen Nato-Hauptquartiers im belgischen Mons am Abend mit. Dieser habe zudem empfohlen, die Bereitschaft der Nato auf diesem erhöhten Niveau zu belassen, bis die Bedrohung durch Irans anhaltende wahllose Angriffe in der Region nachlasse.

Der Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Europa habe sich dieser Empfehlung angeschlossen, fügte Sprecher Martin L. O’Donnell hinzu. Bei einer Sitzung mit den Vertretern der Mitgliedstaaten sei zudem starke und einstimmige Unterstützung für die Maßnahme zum Ausdruck gebracht worden. Die Anpassung erlaube es, das Bündnis angesichts der aktuellen Bedrohung zu verteidigen.

Der Sprecher verwies darauf, dass die Verteidigungsbereitschaft bereits an diesem Mittwoch unter Beweis gestellt worden sei. «Wie die Welt gestern gesehen hat, hat die Nato ihre Verfahren der ballistischen Raketenabwehr perfekt umgesetzt», erklärte er. In weniger als zehn Minuten hätten Nato-Soldaten die ballistische Rakete identifiziert, ihre Flugbahn bestätigt und die land- und seegestützte Raketenabwehrsysteme für das erfolgreiche Abfangmanöver alarmiert.

Details sind geheim

Auf die Frage, ob wegen der Lage zusätzliche Raketenabwehrsysteme in die Region verlegt werden, gab es von der Nato zunächst keine Informationen. Von Sprecher O’Donnell hieß es, aus Gründen der operativen Sicherheit könnten keine weiteren Angaben gemacht werden.

Die ballistische Raketenabwehr der Nato für Europa besteht unter anderem aus Abschussanlagen in Rumänien und Polen, besonders ausgerüsteten Schiffen sowie einer speziellen Radaranlage im türkischen Kürecik. Ergänzt wird sie durch mobile Abwehrsysteme zum Beispiel vom Typ Patriot oder SAMP/T. In Deutschland gibt es das Nato-Raketenabwehrführungszentrum auf dem Luftwaffenstützpunkt Ramstein in Rheinland-Pfalz.

Türkei beherbergt Nato-Stützpunkte

Der Iran hatte nach Nato-Angaben am Mittwoch mit dem Abfeuern einer Rakete auf das Nato-Land Türkei für Empörung gesorgt. Sie war nach türkischen Angaben in der türkischen Grenzregion abgefangen worden. Ein Teil der Abwehrrakete fiel in der Provinz Hatay auf eine freie Fläche, es gab keine Verletzten. Wo die iranische Rakete hätte einschlagen sollen, wurde zunächst nicht bekannt.

Die Türkei verhält sich im Krieg gegen den Iran eigentlich neutral und hat sich lange um eine diplomatische Lösung des Konflikts bemüht. In der Türkei sind aber auch US-Soldaten stationiert. Der wichtigste Nato-Luftwaffenstützpunkt im Land ist in Incirlik in der südtürkischen Provinz Adana. Nach US-Angaben sind dort rund 1.500 Militärangehörige stationiert. Der Stützpunkt gilt als wichtiges Militär-Drehkreuz in der Region.

© dpa-infocom, dpa:260305-930-775565/3