Rettung im Iran: Was bekannt ist - und was nicht
Das US-Militär rettet in einer riskanten Mission einen vermissten Offizier aus feindlichem Gebiet. US-Präsident Donald Trump will sich noch mal zu dem Einsatz äußern. Welche Fragen sind noch offen?
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Washington (dpa) - US-Präsident Donald Trump beschreibt die Rettung des im Iran nach dem Abschuss eines Kampfjets vermissten US-Soldaten wie Szenen aus einem Hollywoodfilm. Immer mehr Details kommen ans Licht. Am Montag (19.00 Uhr MESZ) will Trump mit dem Militär eine Pressekonferenz im Weißen Haus dazu geben. Was zum jetzigen Zeitpunkt bekannt ist - und was nicht.
Der gerettete Soldat
- befindet sich aktuell in medizinischer Behandlung, der «New York Times» zufolge in Kuwait. Nach Trumps Angaben ist er schwer verletzt. Trump äußerte sich optimistisch, dass er wieder vollständig genesen werde.
- war in der abgeschossenen F-15E als Waffensystemoffizier im Einsatz. Dieser sitzt im Cockpit des Kampfflugzeugs hinter dem Piloten und ist dafür verantwortlich, dass die Bomben ins Ziel treffen.
- ist laut Trump ein «hochgeachteter Colonel», also ein erfahrener Offizier mit langjähriger Karriere.
- konnte sich - wie der Pilot - bei dem feindlichen Beschuss per Schleudersitz aus dem abstürzenden Kampfjet retten.
- verbarg sich übereinstimmenden Medienberichten zufolge über 24 Stunden im Südwesten Irans in felsigem Gelände und entging so der Gefangennahme. Laut dem Sender Fox News ist er für solche Krisenfälle ausgebildet.
Die Rettungsoperation
- wurde im Verbund von mehreren Einheiten des US-Militärs durchgeführt. Eine «unglaubliche Demonstration von Mut und Können von allen Beteiligten», schrieb Trump. Dutzende Flugzeuge sind dem US-Präsidenten zufolge im Einsatz gewesen.
- verlief laut Trump auf US-Seite ohne Verletzte oder Tote.
- wurde vom Auslandsgeheimdienst CIA unterstützt. Dieser soll der BBC zufolge für die Lokalisierung des Soldaten zuständig gewesen sein und zur Ablenkung Falschinformationen im Iran verbreitet haben.
- wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge von iranischen Kräften gestört. Der arabische Sender Al Jazeera zitierte einen US-Beamten, wonach es im Verlauf der Rettung zu einem «heftigen Feuergefecht» kam. Dem Vernehmen nach sorgten US-Luftschläge dafür, dass die Iraner nicht näher an den Soldaten herankommen konnten. Trump stellte es so dar, dass die iranischen «Feinde» dem US-Soldaten Stunde für Stunde näherkamen.
- wurde übereinstimmenden Medienberichten zufolge in der Endphase von einem tief in iranischem Gebiet provisorisch errichteten Landefeld ausgeführt. Zwei dort beschädigte Transportflugzeuge - mutmaßlich verursacht durch die Bodenverhältnisse - mussten zurückgelassen und zerstört werden. Damit wurde verhindert, dass sie in iranische Hände fielen, wie die «New York Times» berichtete.
- wurde vom Iran als «Fehlschlag» beschrieben, was der US-Darstellung komplett widerspricht. Teheran behauptet, zwei Black-Hawk-Hubschrauber, ein C-130-Transportflugzeug sowie Drohnen beschossen und zerstört zu haben.
Noch unklar oder völlig offen ist
- wie und mit welcher Waffe es den iranischen Kräften gelungen ist, den Kampfjet abzuschießen. Trump hatte immer wieder behauptet, die USA hätten in dem Krieg die absolute Lufthoheit.
- der Verbleib der Trümmer der Maschine. Die F-15E ist ein hoch entwickeltes Kampfflugzeug speziell für präzise Luftangriffe.
- ob, und wenn ja, wie stark US-Flugzeuge und Helikopter bei der Operation beschädigt wurden.
- wo genau die Rettung erfolgte und wo die Landezone errichtet wurde.
- welche Auswirkungen der Abschuss und die beiden Rettungsaktionen auf das weitere Kriegsgeschehen haben werden.