Umfrage: Jeder Dritte zweifelt an freier Meinungsäußerung in Deutschland
Darf man in Deutschland noch sagen, was man will? Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von ANTENNE BAYERN zeigt ein gespaltenes Stimmungsbild.
Darf man in Deutschland noch sagen, was man will? Eine aktuelle repräsentative Umfrage im Auftrag von ANTENNE BAYERN zeigt ein gespaltenes Stimmungsbild: 64 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass sie ihre Meinung in Deutschland grundsätzlich frei äußern können. Jeder Dritte sieht das anders: 33 Prozent sagen, man könne eher nicht oder überhaupt nicht mehr sagen, was man wolle.
Mehrheit sieht freie Meinungsäußerung grundsätzlich gegeben
Für die Befragung der Reihe „Hand aufs Herz“ hatte ANTENNE BAYERN gefragt:
„Darf man in Deutschland noch sagen, was man will?“
21 Prozent antworteten mit „Ja, immer“, weitere 43 Prozent mit „Ja, meistens“. Zusammengenommen sind damit 64 Prozent der Befragten der Ansicht, freie Meinungsäußerung sei grundsätzlich möglich.
Dem stehen 33 Prozent gegenüber, die die Frage kritisch sehen: 25 Prozent antworteten mit „Nein, eher nicht“, 8 Prozent mit „Nein, überhaupt nicht“. 2 Prozent machten keine Angabe oder wussten es nicht. Die Ergebnisse geben die persönlichen Einschätzungen der Befragten wieder; die Umfrage trifft keine Aussage über die rechtliche Ausgestaltung der Meinungsfreiheit in Deutschland.
In Bayern fällt die Einschätzung kritischer aus
Unter den in Bayern Befragten sagen 57 Prozent, man könne in Deutschland immer oder meistens sagen, was man wolle. 40 Prozent sehen das eher nicht oder überhaupt nicht so. 3 Prozent machten keine Angabe.
Dabei antworteten 21 Prozent der Befragten in Bayern mit „Ja, immer“ und 36 Prozent mit „Ja, meistens“. Auf der anderen Seite sagen 35 Prozent „Nein, eher nicht“ und 5 Prozent „Nein, überhaupt nicht“.
Unterschiede nach Geschlecht und Alter
Zwischen den Bevölkerungsgruppen gibt es Unterschiede bei der persönlichen Einschätzung:
- 68 Prozent der Männer antworten mit „Ja, immer“ oder „Ja, meistens“. Bei den Frauen sind es 61 Prozent.
- 36 Prozent der Frauen und 32 Prozent der Männer sagen dagegen, man könne eher nicht oder überhaupt nicht mehr sagen, was man wolle.
- Besonders hoch ist die Zustimmung bei den 14- bis 29-Jährigen: 71 Prozent sagen „immer“ oder „meistens“.
- Bei den 30- bis 49-Jährigen liegt dieser Anteil bei 61 Prozent, bei den Befragten ab 50 Jahren bei 63 Prozent.
- In Ostdeutschland sagen 59 Prozent, man könne seine Meinung immer oder meistens frei äußern. In Westdeutschland sind es 65 Prozent.
- 39 Prozent der Befragten im Osten und 32 Prozent im Westen antworten mit „eher nicht“ oder „überhaupt nicht“
Die Angaben beziehen sich jeweils auf die im Rahmen der Studie befragten Personen und stellen keine Aussage über die Haltung jedes einzelnen Mitglieds der jeweiligen Gruppe dar.
So wurde gefragt
Die konkrete Frage lautete:
„Darf man in Deutschland noch sagen, was man will?“
Bei der repräsentativ gewichteten telefonischen Befragung wurden vom 27. Juli bis 22. August 2026 insgesamt 1.000 deutschsprachige Personen ab 14 Jahren aus Privathaushalten in Deutschland interviewt. Die Stichprobe umfasst dabei 159 Befragte aus Bayern. Die Ergebnisse für Bayern sind deshalb mit einer größeren statistischen Unsicherheit verbunden als die Ergebnisse für die Gesamtbevölkerung.
Die Studie wurde vom Marktforschungsinstitut ifak im Auftrag von ANTENNE BAYERN durchgeführt; die telefonische Erhebung erfolgte über das Telefonstudio Rilaton GmbH, mit ADM-Dual-Frame-Stichprobe.