25.11.2019 | Geld & Recht Bis Ende November Auto-Versicherung wechseln: Familien sparen bis zu 721 Euro

Die Zeit drängt: Bis Ende November haben Autobesitzer die Möglichkeit, die alte Kfz-Versicherung zu kündigen und zu wechseln. Und es lohnt sich fast immer. Denn bei den Tarifen gibt es enorm große Sparpotenziale.

Foto: Peter Kneffel/dpa
Kfz-Versicherung wechseln und günstigen Tarif finden

Stichtag für den Wechsel: Die meisten Autobesitzer können noch bis zum 30. November 2019 ihre Kfz-Versicherung kündigen und ab Januar 2019 bei einem neuem Anbieter einsteigen. Jetzt ist Eile geboten: Der Stichtag fällt auf einen Samstag, an diesem Tag muss dem bisherigen Versicherer der Kündigungsbrief vorliegen. 

Vorbeugend kündigen lohnt sich

Versicherte sollten jedenfalls nicht mehr warten, ob die Jahres­rechnung der Kfz-Versicherung in den kommenden Tagen noch eintrudelt. Oft kommen die Rechnungen so spät, dass recht­zeitiges Kündigen nicht mehr möglich ist. Vorbeugend zu kündigen ist daher eine gute Lösung. Denn selbst wenn sich hinterher herausstellt, dass die bisherige Kfz-Versicherung die beste Variante für euch ist, könnt ihr eure Kündigung noch zurück­nehmen oder als Neukunde bessere Konditionen raushandeln.

Das muss in der Kündigung stehen

Damit es mit der rechtzeitigen und ordnungsgemäßen Kündigung klappt, sollten folgende Infos im Kündigungsschreiben stehen:

  • Name,
  • Adresse,
  • Kfz-Kenn­zeichen
  • und Vertrags­nummer.

Ihr solltet immer auch um eine schriftliche Be­stäti­gung der Kündigung bitten. Am besten schickt ihr den Kündigungsbrief per Einschreiben. Die Kündigung wirkt dann ab dem 1. Januar 2020.

Kfz-Versicherung: So viel könnt ihr sparen

Wer sein Auto aktuell bei einem teuren Anbieter versichert hat, kann durch einen Wechsel der Kfz-Versicherung oft mehrere Hundert Euro sparen. Das verdeutlicht auch eine Auswertung der 153 Tarife von 67 Versicherungen durch die Stiftung Warentest. Die Vergleichsexperten haben fast alle Kfz-Versicherungen einbezogen, ob Voll­kasko, Teilkasko oder Kfz-Haft­pflicht.

Spar-Beispiel: Familie

Die Stiftung Warentest führt als Beispiel einen angestellten Familienvater an. Er ist 45 Jahre alt, fährt einen zwei Jahren alten VW Passat Variant (ca. 180 PS), Schadenfreiheitsklasse (SF) 15. Der Mann ist gleichzeitig Halter, er fährt das Auto privat und rund 15.000 km pro Jahr. Der Selbst­behalt in Voll­kasko liegt bei 300 Euro, in Teilkasko bei 150 Euro. Für diesen Modellfall nennt der Vergleich die DA Deutschen Allgemeine als günstigen Anbieter (Tarif Komfort inklusive Zusatz).

  • Günstigster Tarif: 291 Euro pro Jahr
  • Teuerster Tarif: 1.012 Euro pro Jahr
  • Ersparnis: 721 Euro pro Jahr
Spar-Potenzial: Die günstigsten Anbieter nach Versicherungstypen

Die Stiftung Warentest hat auch die Beitragsniveaus für verschiedene Musterkunden verglichen, unter anderem für einen 40-jährigen Autofahrer (Alleinfahrer, SF 15). In den folgenden Abschnitten sind die besten Anbieter für diese Kundengruppe aufgeführt.

Haftpflicht

Im Segment Kfz-Haftpflicht bewertet die Stiftung Warentest 31 Tarife als „besser“ oder „weit besser als der Durchschnitt“. Als beste werden die Classic-, Kompakt- bzw. Mobil-Tarife folgender Anbieter gelistet:

  • Axa Easy
  • DA Deutsche Allg.
  • Europa
  • EuropaGo
  • Friday
  • Huk24
  • Nürnberger

Haftpflicht & Teilkasko

Im Segment Haftpflicht und Teilkasko bewertet die Stiftung Warentest 51 Tarife als „besser“ oder „weit besser als der Durchschnitt“. Als beste Anbieter sind gelistet:

  • Axa Easy
  • DA Deutsche Allg.
  • Europa
  • EuropaGo
  • Friday
  • Huk24
  • Verti

Haftpflicht & Vollkasko

Im Segment Haftpflicht und Vollkasko finden sich mit Ausnahme von Axa Easy dieselben Anbieter wie im Segment Haftpflicht und Teilkasko. Zusätzlich wird das Angebot der WGV gelistet. Auch hier bewertet die Stiftung Warentest 51 Tarife als „besser“ oder „weit besser als der Durchschnitt“.

Kfz-Versicherung: Diese Leistungen sind wichtig

Natürlich zählt nicht nur der Preis, auch die Absicherung ist wichtig. Folgende Punkte sind unter anderem beim Leistungsumfang wichtig:

  • Deckung: Eure Kfz-Haftpflichtversicherung sollte laut Stiftung Warentest ihre Deckung über das gesetzliche Mindestmaß erhöhen. Gute Tarife bieten pauschal 100 Millionen Euro und mindestens 12 Millionen Euro pro verletzter Person.
  • Wildschaden: Im Kleingedruckten eurer Teilkasko solltet ihr unbedingt auf die genaue Formulierung achten und prüfen, ob unter „erweiterter Wildschaden“ die Formulierung „alle Tiere“ oder „alle Wirbeltiere" wirklich auftaucht. Denn einige Tarife greifen nur bei Zusammenstößen mit Wild, aber zum Beispiel nicht bei Unfällen mit Hunden.
  • Marderbiss: Die Stiftung Warentest hält es außerdem für wichtig, dass sowohl direkte Schäden durch Marderbisse, als auch mögliche Folgeschäden mit mindestens 2.000 Euro von einem Teilkasko-Tarif abgedeckt werden.
  • Fahrlässigkeit: Zudem weisen die Experten daraufhin, dass der Teil- und Vollkaskoschutz auch bei grober Fahrlässigkeit greifen und die Entschädigungen in diesem Fall nicht gekürzt werden sollten.