22.04.2020 | Geld & Recht Home-Office während Corona: Das könnt ihr von der Steuer absetzen

Einmal pro Jahr können Arbeitnehmer ihre Einkommenssteuererklärung abgeben. Wer jetzt in der Corona-Krise von daheim aus arbeitet, kann steuerliche Vorteile genießen.

Foto: Oliver Berg/dpa

Die Steuererklärung machen die wenigsten Menschen gerne. Lohneswert ist es vor allem, wenn man Geld vom Finanzamt zurückbekommt. Hat euer Arbeitgeber Home-Office angeordnetet, könnt ihr die Kosten für euer Arbeitszimmer von der Steuer absetzen. Wenn ihr freiwillig ins Home-Office gegangen seid, könnt ihr die Kosten nicht geltend machen. 

Viele Arbeitgeber haben Home-Office schriftlich per Mail angeordnet. Hier empfiehlt es sich, diese Mail aufzubewahren um einen Beweis für das Finanzamt zu haben.

Was zählt als Arbeitszimmer?

Wenn ihr euer Arbeitszimmer steuerlich geltend machen wollt, müssen ein paar Vorausetzungen erfüllt sein. Der Raum in eurem Haus oder eurer Wohnung muss nahezu ausschließlich für berufliche Zwecke genutzt werden. Eine kleine Ecke im Wohn- oder Schlafzimmer reicht also nicht aus. Der Raum sollte von euren Privaträumen weitesgehend abgegrenzt sein.

Wenn ihr ein Gästezimmer habt und da eure privaten Gegenstände rausräumt, könnt ihr dieses auch als Arbeitszimmer geltend machen. Es empfiehlt sich, das Zimmer mit Fotos zu dokumentieren.

Wie viel kann ich jährlich von der Steuer absetzen?

Der Fiskus erkennt jährlich 1.250 Euro Kosten pro Kalenderjahr als Kosten an. Ehepartner und eingetragene Lebenspartnerschaften können diese Kosten jeweils beide absetzen.

Die tatsächlichen Kosten werden anhand der Zimmergröße ermittelt. Ist eure Wohnung 100 Quadratmeter groß und euer Arbeitszimmer 10 Quadratmeter groß, so könnt ihr 10 Prozent eurer Warmmiete steuerlich geltend machen.

Was kann ich vom Home-Office noch steuerlich absetzen?

Alle beruflichen Ausgaben, die mit eurem Home Office in Zusammenhang stehen, könnt ihr steuerlich als Werbungskosten geltend machen. Dazu zählt Büromaterial, die Anschaffung eines neuen Schreibtisches oder auch ein neuer Computer. Wenn dieser aber auch privat genutzt wird, kann nur die Hälfte des Kaufpreises steuerlich berücksichtigt werden. Ist der Computer oder Laptop teurer als 952 Euro müsst ihr diesen über drei Jahre in eurer Steuererklärung absetzen.

Auch die Kosten für Telefon und Internet könnt ihr für eure Home-Office Zeit steuerlich berücksichtigen. Hier erlaubt das Finanzamt eine Aufteilung in 50 Prozent Privatnutzung und 50 Prozent berufliche Nutzung. 

Um alle Kosten nachweisen zu können, solltet ihr alle Belege und Rechnungen aufheben.