03.09.2019 | Gesundheit Prämie & sinkende Hürden für Studium: So will Bayern an neue Ärzte kommen

Um den Ärztebedarf auf dem Land zu decken, will der Freistaat Bayern für einen Teil der Medizinstudienplätze die Zulassungshürden senken. Das hat das Kabinett jetzt beschlossen. Dazu wird auch eine neue Prämie eingeführt.

Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa

Vor allem auf dem Land gibt es in Bayern zunehmend Problem mit fehlenden Hausärzten. Die Staatsregierung will dagegen jetzt mit einer Landarztquote und einer neuen Landarztprämie ankämpfen.

So soll die Zulassung fürs Medizinstudium angepasst werden

Abhängig vom prognostizierten Bedarf werden rund 90 Studienplätze im Rahmen der Landarztquote vergeben. „Das ist eine echt gute Chance, Landarzt zu werden“, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU).

Vom Wintersemester 2020/21 an sind bis zu 5,8 Prozent aller Medizinstudienplätze pro Wintersemester in Bayern für die Studenten reserviert, die später als Hausärzte im ländlichen Raum tätig werden wollen. Den Bedarf, anhand dessen sich die Quote bemisst, soll die Kassenärztliche Vereinigung Bayerns ermitteln. Chancen auf einen Studienplatz sollen angehende Mediziner haben, die sich verpflichten, nach ihrem Studium mindestens zehn Jahre als Landarzt in einer unterversorgten Region zu arbeiten.

Zuschuss für angehende Landärzte geplant

Dazu ist eine neue Landarztprämie geplant: Wenn sich Medizinstudenten verpflichten, eine fachärztliche Weiterbildung auf dem Land zu absolvieren und danach mindestens 60 Monate als Landarzt tätig sind, werden sie mit 600 Euro pro Monat unterstützt.

Bei Medizinstudium zählt nicht mehr nur Abi-Note

Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) sprach von einem Paradigmenwechsel, da nicht mehr nur die Noten entscheidend seien. Bei der Auswahl der Interessenten für ein solches Medizinstudium werde es aber auch spezielle Auswahlkriterien geben.

So müsse ein Medizinertest bestanden werden, auch würden die berufliche Qualifikation in einem Gesundheitsberuf wie auch ein ausgeübtes Ehrenamt berücksichtigt. Das Gesetz solle noch in diesem Jahr vom Landtag beschlossen werden.